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21. Juli 2009, 13:00 Uhr

Schweinegrippe

Infizierte Schwangere erleidet Fehlgeburt

Die Schweinegrippe breitet sich aus: Nach ihrer Ansteckung mit dem H1N1-Erreger hat eine schwangere Frau in Australien eine Fehlgeburt erlitten. In Lübeck wird derweil ein infizierter Säugling mit Tamiflu behandelt.

Sydney - Nach Angaben der australischen Behörden ist der Zustand der 19-Jährigen weiterhin ernst. Sie wird auf der Intensivstation eines Krankenhauses in der nordöstlichen Stadt Townsville behandelt. Die junge Frau stammt demnach aus Palm Island, einem abgelegenen Aborigine-Ort. Dort habe sich das Schweinegrippe-Virus A (H1N1) in den vergangenen Tagen rasch ausgebreitet, sagte Bürgermeister Alf Lacey. Binnen zwei Wochen hätten sich zwölf Bewohner infiziert.

Lacey erinnerte daran, dass die australischen Ureinwohner besonders stark gefährdet seien, an der Schweinegrippe zu sterben. Schließlich litten Aborigines überdurchschnittlich oft an Diabetes, Herzproblemen, Bluthochdruck und anderen gesundheitlichen Problemen, die eine Schweinegrippe-Infektion zu einer tödlichen Gefahr machen könnten. Auch Schwangere gehören zur Risikogruppe.

Baby an Schweinegrippe erkrankt

In der Lübecker Uniklinik wird unterdessen ein wenige Tage alter Säugling wegen Schweinegrippe behandelt. Der kleine Junge sei mit einer minimalen Dosis des Grippemittels Tamiflu behandelt worden, es gehe ihm gut, sagte der Sprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Oliver Grieve, am Dienstag.

Er bestätigte damit eine Meldung der "Lübecker Nachrichten". Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin handelt es sich um den ersten bekanntgewordenen Fall eines mit dem Schweinegrippe-Virus infizierten Säuglings in Deutschland.

Das am Montag sechs Tage alte Baby war am Wochenende von der Entbindungsstation einer Klinik in Bad Oldesloe nach Lübeck verlegt worden, weil es hohes Fieber und Grippesymptome hatte. Nach bisherigen Erkenntnissen ist die Erkrankung, die am Wochenende für eine vorübergehende Schließung der Lübecker Entbindungsstation geführt hatte, durch zwei schwangere Patientinnen aus Bad Oldesloe nach Lübeck gelangt. Sie waren wegen vorzeitiger Wehen in die Uniklinik verlegt worden, ohne dass ihre Grippeinfektion bekannt war.

jdl/AFP/dpa

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