Schweiz Katholikin lässt sich zur "Priesterin" weihen

Laut dem katholischen Kirchenrecht ist die Priesterweihe ausschließlich Männern vorbehalten. Monika Wyss aber setzte sich über dieses Gebot hinweg und ließ sich in der Schweiz zur ersten "Priesterin" weihen. Die Kirche zeigt sich "not amused".


Rorschach – Die Kirche erkennt die Zeremonie, die von der Fraueninitiative "Römisch-Katholische-Priesterinnen-Europa-West" auf einem Bodenseeschiff im schweizerischen Rorschach durchgeführt wurde, nicht an. Sie droht der Schweizerin und den drei weiteren in den USA lebenden Frauen, die zur "Priesterin" und zur "Diakonin" geweiht wurden, nun mit Exkommunikation.

Agenturberichten wird Wyss wegen der Nichtanerkennung keine Gemeinde betreuen. Sie wolle aber künftig als freie Seelsorgerin tätig sein, sagte sie. Anfragen, im privaten Rahmen Hochzeiten und Taufen vorzunehmen, habe sie bereits.

Das Schiff wurde für die Zeremonie gewählt, weil eine Gemeinde, die ihre Kirche zur Verfügung stellen würde, mit ernsthaften Konsequenzen rechnen müsste, sagte eine Sprecherin der Fraueninitiative. Drei Frauen dieser Gruppe vollzogen die Zeremonie. Sie waren 2002 auf einem Donauschiff in Deutschland zu "Priesterinnen" und später zu "Bischöfinnen" geweiht worden - durch den exkommunizierten argentinischen Bischof Romulo Braschi. Die katholische Kirche hat auch diese "Weihen" nicht anerkannt und die Frauen - zwei Deutsche und eine Südafrikanerin - ausgeschlossen.

Trotz der Ablehnung von Seiten der Kirche, geben sich die Frauen kämpferisch. "Wir lassen uns nicht mehr von den Männern abschieben und ergreifen selbst die Initiative", sagte die deutsche "Bischöfin" Gisela Forster.

aki/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.