Gelände auf ehemaliger KZ-Außenstelle Schwerte hält an Flüchtlingsunterkunft fest

Die Stadt Schwerte hält an ihrem Plan fest, 21 Asylbewerber auf dem Gelände eines früheren Außenlagers des KZ Buchenwald unterzubringen. Die Baracke sei erst nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut worden, so die Begründung.

Schwerte - Ungeachtet heftiger Kritik will die Ruhrgebiets-Stadt Schwerte Flüchtlinge auf dem Gelände einer ehemaligen Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald unterbringen. Zwangsarbeiter mussten hier gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Eisenbahnausbesserungswerk schuften. Bis zu 701 Gefangene waren hier zeitweise untergebracht, zusammengepfercht in Etagenbetten.

Nun sollen 21 Asylbewerber in einer Baracke unterkommen, die vor Jahren schon einmal Flüchtlingen und zuletzt Künstlern als Domizil diente. Sie sei aber erst in den Fünfzigerjahren entstanden, betonten Vertreter der Stadt nun bei einer Pressekonferenz. Das habe die Auswertung von Luftbildaufnahmen in den vergangenen Tagen ergeben.

Demnach wurden die Gebäude des Lagers vor langer Zeit abgerissen. Zunächst war der Eindruck entstanden, die Flüchtlinge sollten in einer ehemaligen Wachbaracke des KZ-Außenlagers wohnen. Asyl-Initiativen hatten das als geschmacklos kritisiert. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte an die Stadt appelliert, den Plan fallenzulassen.

"Die Entscheidung ist sachgemäß", sagte Schwertes Bürgermeister Heinrich Böckelühr (CDU). Das Gebäude mit wechselvoller Geschichte werde einer sinnvollen Nutzung zugeführt.

Schwerte ist nicht die einzige Stadt, die Flüchtlinge in einer KZ-Außenstelle unterbringen will. Augsburg verfolgt ähnliche Pläne.

gam/dpa