Sex-Video von spanischer Politikerin "Ich habe nichts Schlechtes getan"

Das Sex-Video einer Kommunalpolitikerin sorgt in Spanien für Aufregung. Olvido Hormigos wurde als Hure beschimpft, wenig später trat sie zurück. Nun ändert die Mutter zweier Kinder plötzlich ihre Meinung: Sie habe so viel Zuspruch erfahren, dass sie doch weitermachen will.

Politikerin Hormigos: Wirbel um einen Erotikfilm
DPA

Politikerin Hormigos: Wirbel um einen Erotikfilm


Madrid - Olvido Hormigos ist 41 Jahre alt, verheiratet, Mutter zweier Kinder und das, was man allgemein als attraktiv bezeichnet. Als Kommunalpolitikerin ist sie durchaus an Öffentlichkeit gewöhnt, inzwischen ist jedoch von ihr mehr bekannt als der Frau mit den langen blonden Haaren lieb ist: Vor wenigen Wochen tauchte ein erotisches Video von ihr im Internet auf.

Hormigos, Grundschullehrerin und Mitglied des Gemeinderates von Los Yébenes, hatte den Film selbst mit ihrer Handykamera aufgenommen, allerdings für den sehr privaten Gebrauch. Bis heute ist unklar, wie er im Netz landete. "Mein Handy war mir nicht gestohlen worden", berichtete Hormigos. "Trotzdem kannten innerhalb von zwei Stunden alle hier im Dorf das Video", sagte sie der Zeitung "El País". "Und die Menschen in der Umgebung auch."

Wochenlang gab es in der 6500-Einwohner-Gemeinde bei Toledo in Mittelspanien kein anderes Thema, auf dem Weg zum Rathaus wurde Hormigos von Passanten als "Schlampe" und "Hure" beschimpft. Landesweit griffen die sozialen Netzwerke den Fall auf, der Druck auf die Politikerin nahm zu. Am Ende war er zu groß, sagte Hormigos der Zeitung. Sie erklärte ihren Rücktritt als Mitglied des Gemeinderats.

Doch nun, nur zwei Tage später, nimmt sie diese Entscheidung zurück - vor allem wegen der vielen aufmunternden Nachrichten, die sie nach ihrem Rücktritt bekommen habe. "Ich habe nichts Schlechtes getan", sagt sie nun "El País". "Ich habe niemandem Schaden zugefügt, sondern bin selbst ein Opfer."

Und sie fügt hinzu: "Ich kann nur hoffen, dass der Fall möglichst bald vergessen sein wird."

Inzwischen glaubt die Sozialistin, herausgefunden zu haben, von welcher Stelle das Sex-Video verbreitet wurde: von einem Computer im Rathaus. Der konservative Bürgermeister Pedro Acevedo nahm dazu keine Stellung. Seine Volkspartei bestritt aber energisch, den Film in Umlauf gebracht zu haben.

Die Ermittlungen der Justiz führten zu einem möglichen Verdächtigen. Dabei soll es sich nach Medienberichten um einen Fußballer aus dem Bekanntenkreis der Kommunalpolitikerin handeln.

aar/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 59 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
carrington 07.09.2012
1.
Wieso nimmt man so ein Video auf einem Gerät auf, was zu tausenden am tag verloren / gestohlen wird? Das war doch Absicht oder einfach nur unglaublich idiotisch.
Jasro 07.09.2012
2. Mit wem hatte Olvido Hormigos denn Sex?
Zitat von sysopDPADas Sex-Video einer Kommunalpolitikerin sorgt in Spanien für Aufregung. Olvido Hormigos wurde als Hure beschimpft, wenig später trat sie zurück. Nun ändert die Mutter zweier Kinder plötzlich ihre Meinung: Sie habe so viel aufmunternden Zuspruch erfahren, dass sie doch weitermachen will. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,854517,00.html
Hatte sie mit ihrem Ehemann Sex oder ist sie fremdgegangen - oder warum die Aufregung?
Einweckglas 07.09.2012
3. Ach....
...die armen Politiker. Nun dürfen die sich also nicht den selben Freuden hingeben wie Ottonormal. Ist doch ein nett gemeintes Video für ihren Liebsten. Da sollte man ein Auge zudrücken . Andere viel wichtigere Sachen werden ja auch so schnell vergessen bzw. verdrängt. Senora Hormigos...so eine Frau wie sie, kann sich Mann nur an die Seite wünschen! ;-)
frnzng 07.09.2012
4. Merkwürdige Sexualfeindlichkeit
Es ist eine bizarre Eigenheit unserer vermeintlich liberalen und angeblich so sexualisierten Gesellschaft: Für viele ist es selbstverständlich ist, dass ein Mensch ein öffentliches Amt aufzugeben hat, wenn seine Person mit Sexualität in Verbindung gebracht werden kann. Die Grundaxiome dieses merkwürdigen Denkschemas müssen zwangsläufig sein: 1) Amtstaugliche Menschen haben prinzipiell keinen Sex. 2) Sex ist Zeichen eines charakterlichen Defizits. Beide Axiome würde aber zugleich jeder ablehnen, der sie zur Beurteilung vorgelegt bekäme. Was passiert da also in den Köpfen vieler Menschen? Wie dem auch sei: Es freut mich außerordentlich, dass Frau Hormigos Zuspruch erfährt und wünsche mir sehr, dass sie ihr Amt wieder ungestört ausüben kann.
JaguarCat 07.09.2012
5. Sex ist böse ...
Wow, dass die "Sex-ist-böse"-Fraktion immer noch so viel Einfluss hat. Aber so ist es nunmal mit den Pornos: Keiner guckt sie, und trotzdem haben die Produzenten massenweise Zugrife auf ihren Portalen. Müssen alles irgendwie "die anderen" gewesen sein, die da drauf klicken ;-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.