Sexueller Missbrauch Vorstand der Odenwaldschule will zurücktreten

Die Odenwaldschule zieht erste Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal: Der Vorstand will noch in dieser Woche mehrheitlich zurücktreten. Im Amt bleiben die Schulleiterin Margarita Kaufmann und der Geschäftsführer. "Für diese beiden gibt es keinen Grund für einen Rücktritt", so die Begründung.


Heppenheim - Personelle Umstrukturierung unter alter Führung: Wie die Vorsitzende des Vorstands der in die Kritik geratenen Reformschule Odenwald am Montag erklärte, werden die Gremiumsmitglieder anlässlich einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am kommenden Samstag mehrheitlich zurücktreten.

Die Schulleitung folge mit diesem Schritt dem Ruf vor allem von Opfern nach einer Veränderung an der Spitze, sagte die Vorsitzende Sabine Richter- Ellermann. Von dem aus sieben Personen bestehenden Gremium blieben nur die Schulleiterin Margarita Kaufmann und der Geschäftsführer Meto Salijevic im Amt. "Für diese beiden gibt es keinen Grund für einen Rücktritt", sagte Richter-Ellermann.

An der renommierten Odenwaldschule waren vor zweieinhalb Wochen Jahrzehnte zurückliegende Missbrauchsfälle bekanntgeworden. Der Schule zufolge sind 33 ehemalige Schüler betroffen. Sie berichteten von Übergriffen in den Jahren 1966 bis 1991. Bisher sind acht ehemalige Lehrer beschuldigt.

Der frühere Leiter des Elite-Internats, Gerold Becker, hatte Ende der vergangenen Woche sexuelle Verfehlungen zugegeben. Er bat um Entschuldigung. Becker war von 1969 bis 1985 an der Schule.

ala/dpa



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