Feinstaub an Silvester Umwelthilfe beantragt Böllerverbot in 31 Städten

"Wir wollen keine Spaßbremse aufbauen": Die Deutsche Umwelthilfe hat wegen hoher Feinstaubbelastung in 31 deutschen Städten ein Böllerverbot gefordert - und nennt Alternativen.

Neujahrsfeuerwerk 2019 in Stuttgart: Besonders hohe Konzentration gemessen
Christoph Schmidt/ DPA

Neujahrsfeuerwerk 2019 in Stuttgart: Besonders hohe Konzentration gemessen


Feuerwerke können die Feinstaubwerte in die Höhe treiben. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will dagegen nun vorgehen - und hat in 31 Städten ein Verbot privater Silvesterböllerei beantragt.

Die Maßnahme zur Luftreinhaltung solle vor allem belastete Innenstadtbereiche betreffen. "Wir wollen keine Spaßbremse aufbauen. Die Menschen sollen sich auch weiterhin an Silvesterfeuerwerken erfreuen können", sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Feuerwerke könnten auch von professionellen Veranstaltern außerhalb der Stadtzentren organisiert werden. Möglich sei auch die Einrichtung von Gebieten, in denen privat geböllert werden dürfe.

DUH: Menschen mit Atemwegserkrankungen leiden

Die Anträge richten sich an die Städte, deren Innenstädte besonders mit Feinstaub belastet sind. Die DUH wolle ein Verbot dort durchsetzen, wo die Feinstaubbelastung im Jahresmittel mindestens 20 Mikrogramm Feinstaub der Partikelgröße PM10 pro Kubikmeter beträgt (µg PM10/m3). Dieser Grenzwert sei bereits vor Jahren von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen worden - und wird an Silvester um ein Vielfaches überschritten. In Berlin-Friedrichshain wurden am 1.1.2019 gar 853 µg PM10/m3 gemessen.

Um gefährdete Innenstadtbereiche davor zu schützen, verlangt die DUH, die private Silvesterböllerei einer Mitteilung zufolge nun in folgenden Städten verbieten zu lassen:

1. Stuttgart

2. Berlin

3. Gelsenkirchen

4. Hagen

5. Köln

6. Halle

7. Nürnberg

8. Essen

9. Esslingen

10. Heilbronn

11. Ludwigsburg

12. München

13. Frankfurt am Main

14. Dortmund

15. Düsseldorf

16. Oberhausen

17. Hamburg

18. Limburg

19. Bielefeld

20. Mainz

21. Reutlingen

22. Offenbach

23. Kiel

24. Würzburg

25. Hannover

26. Oldenburg

27. Wuppertal

28. Aachen

29. Darmstadt

30. Regensburg

31. Passau

Zum Teil gebe es in den aufgelisteten Städten zwar bereits Verbote, aber diese seien noch nicht umfassend genug, sagte Resch. Im Januar hatte die DUH angekündigt, ein Böllerverbot in deutschen Großstädten mit hoher Feinstaubbelastung durchsetzen und dazu notfalls auch vor Gericht ziehen zu wollen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir Kraft der Argumente weiterkommen."

Umweltschützer warnen schon lange vor der hohen Feinstaubbelastung durch die Silvesterböllerei. "Viele Hunderttausend Menschen mit Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise schwerem Asthma, flüchten zum Jahreswechsel aus ihren Wohnungen oder müssen sich dort regelrecht luftdicht verbarrikadieren", sagte Resch.

apr/dpa



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