Vorbereitungen für Silvester Partymeilen und böllerfreie Zonen

Noch wenige Stunden bis zum Jahreswechsel - und nicht nur Feiernde halten sich bereit. Auch Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste haben sich deutschlandweit für die "heißeste Nacht des Jahres" gerüstet.

Arbeiter bauen vor dem Brandenburger Tor in Berlin eine Bühne auf
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Arbeiter bauen vor dem Brandenburger Tor in Berlin eine Bühne auf


Das neue Jahr kommt, unweigerlich, und hoffentlich glimpflich. Überall in Deutschland haben sich Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter für die Silvesternacht gerüstet. Wegen der nach wie vor erhöhten Terrorgefahr wurden die Sicherheitsvorkehrungen vielerorts verstärkt.

Die größte Feier steigt in Berlin am Brandenburger Tor: Die dortige Silvester-Partymeile ist seit dem Nachmittag geöffnet. Hunderttausende Besucher werden bis Mitternacht erwartet.

Musiker wie die Spider Murphy Gang, Oli P, MICAR und Conchita treten am Brandenburger Tor auf, um Mitternacht erstrahlt das Feuerwerk über Berlins Wahrzeichen. Die Partymeile ist eingezäunt und bewacht und erstmals ist ein Rückzugsbereich des Roten Kreuzes für Frauen auch explizit als solcher deklariert.

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Silvester weltweit: Globaler Goldregen

Auch andere Städte haben sich auf die Feiern vorbereitet. So wurde rund um den Kölner Dom eine Sicherheitszone eingerichtet, in der Feuerwerk verboten ist. Die Polizei ist mit 1400 Beamten im Einsatz, um Übergriffe wie in der Silvesternacht vor zwei Jahren zu verhindern. Beim Jahreswechsel 2015/16 waren am Hauptbahnhof Frauen sexuell bedrängt und beraubt worden. Die Vorkommnisse machten weltweit Schlagzeilen.

Auch in anderen nordrhein-westfälischen Städten ist die Polizei stark vertreten. Von den insgesamt 40.000 Polizisten im bevölkerungsreichsten Bundesland sind nach Angaben des Innenministeriums 5700 im Einsatz.

Die Polizei muss dabei die Sicherheit der Feiernden gewährleisten, ohne "racial profiling" zu betreiben. Im vergangenen Jahr hatte Amnesty International der Kölner Polizei vorgeworfen, Hunderte Menschen allein aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermuteten nordafrikanischen Herkunft eingekesselt und kontrolliert zu haben. Die Polizei wies den Vorwurf zurück.

In Hamburg sollen dieses Jahr rund 530 Beamte zusätzlich zu zivilen Fahndern an zentralen Punkten wie der Reeperbahn eingesetzt werden. Am Jungfernstieg wurde eine Videoüberwachung neu installiert. Außerdem werden auch Teile der Reeperbahn gefilmt. Dieses Jahr soll es zusätzlich eine zweite mobile Wache ebenfalls in der Nähe der Reeperbahn geben, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Die Feuerwehr stellt sich nach eigenen Angaben wie jedes Jahr auf die "heißeste Nacht des Jahres" ein. "Wir haben unsere Einsatzkräfte analog zum vergangenen Jahr verstärkt. Das hat sich bewährt", sagte ein Feuerwehrsprecher. 28 Fahrzeuge mehr als in einer normalen Nacht seien im Einsatz.

Schon vor dem Jahreswechsel haben die Behörden in mehreren Orten verbotene Böller beschlagnahmt. Wie die Polizei mitteilte, fanden Beamte nördlich von Schwerin auf einem Parkplatz insgesamt 233 nicht zugelassene sogenannte Polenböller.

Auch bei einem 15-Jährigen im sächsischen Vogtlandkreis fanden Beamte 44 verbotene Feuerwerkskörper. Kontrolliert wurde der Jugendliche an einem Bahnhof, die in Tschechien erworbene illegale Pyrotechnik hatte er im Rucksack. In Weimar wiederum warf ein 27-Jähriger am Samstagabend einen verbotenen Böller durch das offene Fenster einer Wohnung, dabei wurde ein 13-jähriges Kind leicht verletzt.

Schon vor Tagen hatte die Bundespolizei vor dem Umgang mit verbotener Pyrotechnik gewarnt. Legale Feuerwerkskörper und Böller durchliefen ein aufwendiges Prüfverfahren bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, hieß es.

Illegale Pyrotechnik sei dagegen nicht nur verboten, sondern auch sehr gefährlich. Bei Besitz und Einfuhr verbotener Böller drohen Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz sowie mehrjährige Haftstrafen.

lov/AFP/dpa

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