Toter Löwe Cecil Großwildjäger entgeht Strafprozess in Simbabwe

Kein Verfahren gegen Walter P. aus Minnesota: Der Hobby-Großwildjäger wird in Simbabwe nicht für Cecils Tod bestraft. Laut Umweltministerin sorgte der Abschuss des beliebten Löwen für unnötige Aufregung.

DPA/Zimbabwe Parks and Wildlife Management Authority

Drei Monate nach der Tötung des Löwen Cecil in Simbabwe braucht der US-Großwildjäger Walter P. keine rechtlichen Konsequenzen mehr in Afrika zu fürchten. Umweltministerin Oppah Muchinguri Kashiri erklärte, die Unterlagen des Jägers seien korrekt gewesen, als er das Tier unweit des Hwange-Nationalparks erlegte. "Ja, wir haben beschlossen, den Fall zu schließen - er hat unnötige Aufregung verursacht", sagte sie. Die Behörden des Landes hatten zunächst erklärt, sie wollten eine Auslieferung P.s beantragen.

Der 55-jährige Zahnarzt hatte im Juli mit einem örtlichen Jagdhelfer den wegen seiner schwarzen Mähne bekannten Löwen mit einem Trick aus dem Hwange gelockt und dann erlegt. Der Fall sorgte weltweit für Aufsehen. P. hatte Berichten zufolge im Juli umgerechnet rund 45.000 Euro für die Jagd bezahlt. Außerhalb des Schutzgebietes, in dem die Jagd verboten ist, soll er zunächst mit Pfeil und Bogen auf das Tier geschossen haben. Erst rund 40 Stunden später soll er es mit einem Schuss von seinen Qualen erlöst haben.

In Simbabwe steht Jagd-Organisator Theo B. vor Gericht

Der Tod des beliebten und verehrten Tiers aus dem Hwange-Nationalpark berührte viele Menschen. Angesichts der weltweiten Empörung schloss P. seine Praxis, tauchte unter. In einem Interview rechtfertigte er sich anschließend für seine Tat. Er sei verblüfft gewesen, dass es sich bei dem Löwen um eines der beliebtesten Tiere Simbabwes gehandelt habe. "Wenn ich gewusst hätte, dass dieser Löwe einen Namen hat und für das Land oder eine Studie wichtig war, hätte ich ihn selbstverständlich nicht genommen", sagte er.

Cecils Tod hatte eine scharfe Debatte über Großwildjagd in Afrika ausgelöst. Simbabwe verschärfte die Vorschriften für die Jagd auf Löwen, Elefanten und Leoparden. Drei große US-Fluggesellschaften teilten mit, erlegtes Großwild nicht mehr zu transportieren. Es wurde auch bekannt, dass P. sich als Jäger nicht immer an die Vorschriften gehalten hatte. Nach der Jagd auf einen Schwarzbären in den USA war er 2008 wegen Wilderei verurteilt worden. Er gab damals zu, die Behörden über den Abschussort belogen zu haben.

Der Fall Cecil ist für Walter P. mit der Entscheidung zumindest in Afrika erledigt. In den USA allerdings leitete auch die Artenschutzbehörde des Innenministeriums Ende Juli nach eigenen Angaben Ermittlungen gegen ihn ein.

In Simbabwe muss sich nun noch der Organisator der Jagd, Theo B., vor Gericht verantworten. Er ist wegen des Vorwurfs angeklagt, eine "illegale Jagd nicht verhindert" zu haben - betont aber ebenfalls, alle notwendigen Bewilligungen besessen zu haben. Am Donnerstag entscheidet das Gericht über eine mögliche Einstellung dieses Verfahrens.

apr/ulz/dpa/AFP



insgesamt 43 Beiträge
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nogogirl 12.10.2015
1. Eine Frage des Geldes
Wieviel Schmiergeld musste für diese Entscheidung fließen?
seiitso 12.10.2015
2. War doch klar.....
.... man will doch die zukünftigen Jäger, die viel Devisen ins Land bringen nicht abschrecken .....
micromiller 12.10.2015
3. Der seit vielen tausend Jahren
stehen gebliebene, außerordentlich niedrige moralische und ethische Standard zum Recht auf Leben von Mensch und Tier findet hier lediglich seine Bestätigung.
schorri 12.10.2015
4. Unnötige Aufregung
Ach, was soll die unnötige Aufregung. Wenn ein betuchter, schießwütiger und waffengeiler Ami kommt, dann darf man so ein Vieh schon mal mut Pfeil und Bogen attakieren. Und irgendwann nach zig Stunden dann vollends abknallen. Aus sichere Distanz versteht sich. Am besten würde man das Vieh noch anbinden. Damit der Geldsack sich nicht unnötig anstrengen muss.
oidahund 12.10.2015
5.
Was immer wieder vergessen wird: Durch diese organisierten Jagden kommt Geld ins Land und die Einheimischen lernen, dass wilde Tiere nicht nur lästig sind, sondern auch einen Wert darstellen. - Es gbt Lodges, die von Einheimischen betrieben werden. Es finden Menschen in den Lodges Arbeit und in einer Doku wurde ienmal gezeigt, dass durch die Lodges das Wilderertum stark zurück gegagen ist, weil die einheimischen einen Grund haben auf zu passen, dass ihre einnahmequelle ncht vesiegt. Trophäenjäger sind auf prächtige Trophäen aus - und die sind am schönsten bei alten Tieren. Diese haben oft nur noch eine kurze Restlebensspanne und ihre DNA haben sie schon oft an Nachfahren weitergegeben. Daher ist der Shaden der einer Population durch kontrollierte Jagd entsetht gering. - Anders als bei Wilderei, wo alles abgeknallt wird, was vor die Flinte läuft.
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