Nach Skiunfall Managerin bittet um Schutz von Schumachers Privatsphäre

Nach seinem schweren Skiunfall schwebt Michael Schumacher weiter in Lebensgefahr. Die behandelnden Ärzte bezeichnen seinen Zustand als "stabil, aber kritisch". Seine Managerin will sich zu Details der ärztlichen Behandlung nicht mehr äußern.
Schumacher-Managerin Kehm: "Das Arztgeheimnis respektieren"

Schumacher-Managerin Kehm: "Das Arztgeheimnis respektieren"

Foto: Guillaume Horcajuelo/ dpa

Grenoble - Auch eine Woche nach dem schweren Skiunfall hat sich Michael Schumachers Gesundheitszustand nicht gebessert. Die Managerin des Formel-1-Rekordweltmeisters teilte in einer Erklärung mit, Schumachers Verfassung werde von den behandelnden Medizinern als stabil angesehen und kontinuierlich beaufsichtigt. "Das zuständige Ärzteteam unterstreicht jedoch, dass sie nicht aufhören werden, die Situation von Michael als kritisch zu betrachten", so Sabine Kehm.

Die Managerin bat dringend darum, die Privatsphäre des Sportlers zu achten, "das Arztgeheimnis zu respektieren und sich ausschließlich an die Informationen des zuständigen Ärzteteams oder Managements zu halten, die die einzigen gültigen Informationen sind". Man wolle keine weiteren Details der ärztlichen Behandlung veröffentlichen. "Aus diesem Grund planen wir zunächst keine weitere Pressekonferenz oder schriftliche Pressemitteilung."

Schumacher hatte sich am 29. Dezember beim Skifahren im Skigebiet des französischen Ortes Méribel ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Er wurde zweimal operiert und liegt weiter in einem Krankenhaus in Grenoble im künstlichen Koma.

Klar ist bisher lediglich, dass der siebenfache Formel-1-Weltmeister außerhalb der Piste fuhr, dort stürzte und mit dem Kopf auf einen Felsen aufschlug. Unklar ist die Geschwindigkeit, mit der er unterwegs war.

Polizei und Staatsanwaltschaft werden am kommenden Mittwoch über ihren Ermittlungsstand bezüglich des Ski-Unfalls informieren. Die Pressekonferenz soll um elf Uhr im Gerichtsgebäude von Albertville stattfinden. Das bestätigte der zuständige Staatsanwalt Patrick Quincy.

Ein Verschulden Dritter haben die Ermittler bereits weitestgehend ausgeschlossen. Geprüft wird aber, ob der Unglücksbereich zwischen zwei offiziellen Pisten ausreichend markiert war.

Neben der Befragung von Zeugen könnten möglicherweise zwei Videos zur Aufklärung des Unfallhergangs beitragen. Schumacher soll bei seinem Unfall eine Helmkamera getragen haben, unklar ist aber, ob diese zum Zeitpunkt des Unglücks eingeschaltet war. Zudem hat ein deutscher Tourist mit einem Smartphone angeblich die letzten Sekunden von Schumachers Fahrt aufgenommen und will das Video den Behörden zur Verfügung stellen. (Die ganze Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

ala/dpa/AFP/sid
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