Kindergarten bedroht Bürgermeister will Braunbären zum Abschuss freigeben

In der Slowakei gibt es mehr als 1200 freilebende Bären. Eine Kleinstadt fühlt sich von den Tieren terrorisiert - der Bürgermeister verlangt radikale Maßnahmen.

Europäischer Braunbär (Archivfoto)
DPA

Europäischer Braunbär (Archivfoto)


In Wohngebieten herumstreunende Braunbären ängstigen die Einwohner der slowakischen Bezirksstadt Ruzomberok (deutsch Rosenberg). Bürgermeister Igor Combor forderte daher vom Umweltministerium in Bratislava die Erlaubnis zum Abschuss einzelner Tiere, wie die Nachrichtenagentur TASR berichtet.

In letzter Zeit hätten besorgte Bürger immer häufiger von Bären berichtet, die sich in Wohnsiedlungen am Stadtrand, unter anderem auch in die Nähe eines Kindergartens, vorwagten.

Es sei daher nur eine Frage der Zeit, wann es zu einem gefährlichen Zusammenstoß mit Menschen komme, warnte der Bürgermeister. "So geht das nicht weiter!", zitierte ihn TASR.

Es gehe um wenige Einzeltiere, die ihre natürliche Scheu vor Menschen weitgehend abgelegt hätten. Deren gezielter Abschuss würde keinerlei ökologisch bedenklichen Eingriff in die Bärenpopulation der Umgebung bedeuten und dennoch die Gefahr für die Stadtbewohner eliminieren, argumentierte er.

Pilzsammler, Waldarbeiter und Wanderer wurden angegriffen

In den zur Stadt Ruzomberok gehörenden Wäldern leben nach aktuellen Zählungen etwa 25 Braunbären, von denen die meisten aber den Wohngebieten fern bleiben. Im Mai hatte ein von mehreren Medien verbreitetes Amateurvideo eines Autofahrers für Aufsehen gesorgt, das einen aufgeschreckt durch eine Wohnstraße laufenden Bären zeigt, der schließlich auf einen Baum flüchtet.

In der gesamten Slowakei gibt es nach einer offiziellen Zählung im Jahr 2016 mehr als 1200 freilebende Bären. Normalerweise gehen sie den Menschen aus dem Weg. Wenn sie sich oder ihre Jungen bei überraschenden Begegnungen bedroht fühlen, können sie aber auch angreifen. Deshalb wurden in den vergangenen Jahren auch vereinzelt Menschen verletzt, meist Pilzsammler, Waldarbeiter oder Wanderer.

tin/dpa

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