Somalia Französische Armee befreit Geiseln aus Hand von Piraten

Zwei Wochen nach der Entführung zweier Segler vor der somalischen Küste hat die französische Armee die beiden Geiseln befreit. Bei dem Einsatz kam einer der mutmaßlichen Entführer ums Leben.

Paris - "Die beiden französischen Staatsbürger sind in Sicherheit und es geht ihnen gut", hieß in einer Stellungnahme des Elysée vom Dienstag. Präsident Nicolas Sarkozy selbst habe die Armee angewiesen, die beiden Segler aus der Hand der Geiselnehmer zu befreien. Ein Pirat sei bei dem Einsatz getötet, sechs weitere festgenommen worden, hieß es.

Piraten hatten am 2. September im Golf von Aden ein französisches, in Venezuela registriertes Segelschiff entführt und zwei Geiseln genommen. Das Ehepaar an Bord wollte die Yacht ursprünglich von Australien nach Frankreich überführen. Sie hatten sich trotz Warnungen ohne Begleitung in den Golf von Aden begeben, der für zahlreiche Überfälle somalischer Piraten bekannt ist. Die Piraten hatten für ihre Freilassung 1,4 Millionen Dollar (etwa 990 000 Euro) Lösegeld gefordert.

"Eine Warnung an alle, die mit Piraterie Geld machen"

Bei der Geiselbefreiung habe auch die Bundeswehr Unterstützung geleistet, sagte Präsident Sarkozy am Dienstag vor Journalisten in Paris. Neben Deutschland sei auch Malaysia an der Aktion vor der Küste Somalias beteiligt gewesen, Einzelheiten wollte er nicht nennen, um künftige Aktionen nicht zu gefährden. "Wir müssen unsere Soldaten schützen." Die Kommando-Operation sei eine "Warnung" an alle, die versuchten, mit Piraterie Geld zu machen, sagte Sarkozy. "Frankreich nimmt nicht hin, dass sich Verbrechen auszahlt"

Während das Entführungsdrama um die Franzosen beendet werden konnte, ereignete sich bereits das nächste: Am Montag kaperten Piraten im Golf von Aden einen Tanker aus Hongkong und brachten 22 Besatzungsmitglieder in ihre Gewalt. Wie die Internationale Seefahrtsbehörde (IMB) in Kuala Lumpur, mitteilte, handelt es sich dabei bereits um den zwölften Piratenüberfall in den Gewässern nahe Somalia seit dem 20. Juli.

Insgesamt wurden in der Region in diesem Jahr bereits 30 Schiffe von Piraten entführt, die mit der Zeit immer besser organisiert und in der Regel schwer bewaffnet sind. Längst gehört das Horn von Afrika zu den gefährlichsten Gewässern der Welt.

ala/AFP/dpa

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