Sommer-Gefahren Zahl der tödlichen Badeunfälle steigt

In den vergangenen drei Tagen sind in Deutschland mindestens zwölf Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen, darunter Kinder und Rentner.
Rettungskräfte auf der Insel Usedom

Rettungskräfte auf der Insel Usedom

Foto: Tilo Wallrodt/ dpa

Hamburg - Seit gut drei Wochen herrscht Traumwetter. Bei steigenden Temperaturen suchen viele Deutsche Abkühlung beim Bad im Meer, in Seen und Flüssen oder Schwimmbädern. Doch leider häufen sich die tödlichen Unfälle, laut Polizeiberichten vor allem im Bodensee, wo im Abstand von wenigen Tagen gleich vier Menschen starben, sowie in Mecklenburg-Vorpommern, wo seit dem ersten Juliwochenende zehn Menschen bei Bade- oder Bootsunfällen ums Leben kamen.

Bundesweit starben in den vergangenen drei Tagen mindestens zwölf Menschen beim Schwimmen. Allein in Hessen waren seit Freitag vier tödliche Unfälle zu beklagen. Das jüngste Opfer war ein Fünfjähriger - das Kind trieb am Sonntag regungslos in einem Nichtschwimmerbecken in einem Freibad in Bad Nauheim. Am gleichen Tag ertrank ein 37-Jähriger in einem See in Biblis. Am Samstag wurde ein 25 Jahre alter Frankfurter tot aus einem Badesee bei Offenbach gezogen. Am Montag kam eine 72-Jährige bei einem Badeunfall in einem Schwimmbad in Büdingen ums Leben.

Laut DLRG-Statistik ereignen sich die meisten tödlichen Unfälle in Binnengewässern. Besonders häufig ertrinken Menschen, die älter sind als 50. Aber auch die bisweilen mangelhafte Schwimmausbildung Heranwachsender stellt eine große Gefahr dar. In einem Schwimmbad im niedersächsischen Bad Pyrmont ertrank ein Zweijähriger. Ein ähnliches Drama ereignete sich in Baden-Württemberg. Ein fünf Jahre alter Junge ging in einem Pfullinger Freibad südlich von Stuttgart unter und starb später im Krankenhaus.

Oft führen Selbstüberschätzung und mangelnde Beachtung von Vorschriften zu Unfällen. Ebenso oft können die Todesumstände nicht mehr ermittelt werden. In Bayern kenterte bei Bad Tölz ein Kanufahrer an einem Stauwehr in der Isar und ertrank. Der 43-Jährige war am Samstagabend durch die geöffnete Schleuse gefahren anstatt sie wie angezeigt zu umgehen. In Bamberg verunglückte am Samstag ein 17-Jähriger in der Regnitz, nachdem er mit einem Gleichaltrigen in den Fluss gestiegen war.

Gut 200-mal waren die Helfer der DLRG allein an der Ostseeküste am Wochenende im Einsatz. Vor der Insel Poel wurde am Sonntag im Wasser die Leiche eines 67-Jährigen entdeckt. In Schleswig-Holstein zogen Rettungskräfte einen vermissten 69-Jährigen tot aus dem Großen Schierensee - Taucher hatten die Leiche entdeckt.

In Nordrhein-Westfalen ertrank bereits am Freitag ein Mann aus Essen beim Baden in der Ruhr. Rettungskräfte konnten nichts mehr für den 53-Jährigen tun. In Sachsen wurde am Wochenende ein 80-Jähriger tot aus der Talsperre Pöhl im Vogtland geborgen.

In Thüringen starb ein 37 Jahre alter Familienvater im Stausee Hohenfelden südöstlich von Erfurt. Polizeitaucher zogen den Mann am Montag tot aus dem Wasser. Er war mit einem Ruderboot auf dem See unterwegs gewesen.

ala/dpa