SPIEGEL-Umfrage So sind die Deutschen

Der durchschnittliche Deutsche ist ein bisschen bieder, ein bisschen brav, aber romantisch und pflegt seine Vorurteile. Das ist das Ergebnis einer großen SPIEGEL-Umfrage, die dem Wesen der Bundesbürger nachspürt.

Hamburg - 85 Prozent aller Deutschen halten ihren Arbeitsplatz für sicher, 79 Prozent gehen grundsätzlich optimistisch in den Tag – gleichzeitig hält sich die Hälfte aller Arbeitnehmer für unterbezahlt, 40 Prozent meinen, es sei notwendig, beim Vorgesetzten gelegentlich zu schleimen, und 13 Prozent geben zu, an ihrem Arbeitsplatz schon mal gestohlen zu haben.

Der typische Deutsche, so ergab eine SPIEGEL-Umfrage, ist zufrieden mit dem politischen System in der Republik, er schätzt Disziplin und Sparsamkeit, rund zwei Drittel sind stolz, Deutsche zu sein – die Männer etwas häufiger als die Frauen. Dass Männer mehr verdienen sollten als Frauen, finden nur 15 Prozent aller Männer in Ordnung, aber 21 Prozent der Frauen. Nach den Ergebnissen der zwei Umfragewellen mit je 1000 Befragten sieht der durchschnittliche Deutsche so aus: ein bisschen bieder, ein bisschen brav, aber romantisch.

Zwei Drittel finden Piercings und Tätowierungen eher abstoßend, 82 Prozent glauben an die große Liebe, und für jeden zweiten von ihnen wäre ein Seitensprung ein Trennungsgrund. Dass es im Bett nicht immer ehrlich zugeht, ahnen die meisten: 62 Prozent der Männer meinen, beinahe jede Frau habe schon einmal einen Höhepunkt vorgetäuscht. Frauen sind sich da übrigens noch sicherer, von ihnen glauben das 67 Prozent.

Die Deutschen, so zeigt die SPIEGEL-Umfrage, pflegen ihre Vorurteile: 60 Prozent aller Frauen glauben, dass mächtige Autos als Männlichkeitsersatz dienen, und 25 Prozent aller weiblichen Befragten geben sogar an, Frauen könnten nicht einparken.

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