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Sprengung des Silverdomes bei Detroit Viele Explosionen - und dann: nichts

Der berühmte Silverdome nahe Detroit soll abgerissen werden. Die Sprengsätze gingen nun auch hoch - das Stadion steht allerdings immer noch.

Die Sprengung wurde live übertragen. Und zu Beginn sah es auch so aus, als würde alles nach Plan laufen. Ab 8.30 Uhr schossen zahlreiche Rauchwolken aus dem Beton des ehemaligen Sportstadions Silverdome in Pontiac nahe Detroit. Es knallte. Doch dann passierte: nichts.

Eigentlich hätte der obere Teil des Hallenstadions einstürzen müssen, entsprechend waren die Sprengsätze deponiert. Doch der Plan ging nicht auf. Es kam zu keinem Einsturz.

Einige der Sprengsätze seien nicht wie geplant explodiert, sagte ein Vertreter der verantwortlichen Abrissfirma gegenüber der lokalen Nachrichtenseite wxyz.com . Der Silverdome sei wohl "ein bisschen zu gut errichtet worden", sagte ein Behördenmitarbeiter der Website. "Wir müssen nun abwarten und die Schwerkraft ihren Job machen lassen. Er wird einstürzen - wir wissen nur noch nicht, wann."

Laut USA Today  gab die verantwortliche Firma an, es habe Probleme bei der Verkabelung der Sprengsätze gegeben. Etwa zehn Prozent seien nicht explodiert. Hunderte Menschen waren zum Stadion gefahren, um den Einsturz mitzuerleben.

Das Stadion im US-Bundesstaat Michigan wurde 1975 eröffnet und war bis 2001 Heimspielstätte des NFL-Teams Detroit Lions. 1977 traten im Stadion Led Zeppelin auf, 1982 fand dort der Super Bowl statt. 1987 feierte Papst Johannes Paul II. einen Massengottesdienst mit mehr als 90.000 Menschen im Silverdome.

Nachdem die Detroit Lions in ein anderes Stadion umgezogen waren, verwaiste der Silverdome nach und nach, 2007 wurde das Stadion geschlossen. Zwischenzeitlich wurde es noch mal als Veranstaltungsort genutzt, doch seit das Dach 2013 einstürzte und der Innenraum beschädigt wurde, war das Stadion nur mehr Ruine.

aar/AP

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