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Kompletter Stromausfall: Dunkle Straßen, kaputte Scheiben

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Stadt im Dunkeln Stromausfall legte Hannover lahm

Ampeln fielen aus, Straßenbahnen standen still, Telefone blieben stumm: In Hannover hat es in der Nacht zum Donnerstag einen kompletten Stromausfall gegeben. Feuerwehr und Polizei waren im Großeinsatz, angespannt war die Lage besonders in Alten- und Pflegeheimen.

Hannover - Viele Bürger machten es sich bei Kerzenschein gemütlich, für die Rettungskräfte herrschte dagegen Hochbetrieb. Hannover und die Nachbarstadt Langenhagen lagen am späten Mittwochabend durch einen Stromausfall für etwa 20 Minuten im Dunkeln. Ein technischer Defekt in einer Einspeisestation in Mehrum (Landkreis Peine) sei die Ursache für den Totalausfall gewesen, sagte ein Sprecher der Stadtwerke Hannover.

Die Station sei sehr wichtig für das Stromnetz und konnte durch das Zuschalten anderer Anlagen nicht kurzfristig ersetzt werden. Erst nach Mitternacht war die Stadt wieder vollständig mit Strom versorgt, so der Sprecher.

Die Stromversorgung brach seinen Angaben zufolge um 22.40 Uhr komplett zusammen. Etwa ab 23 Uhr konnten nach und nach mehrere Stadtteile wieder versorgt werden. Ab Mitternacht war die Station in Mehrum wieder funktionstüchtig.

Die Polizei hatte am frühen Donnerstagmorgen noch keine detaillierte Übersicht über die Vorkommnisse der Nacht. Es habe zwar einige Einbruchdiebstähle gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Nicht klar sei aber, ob sie auf den Stromausfall zurückzuführen seien.

Im Stadtteil Roderbruch seien bei drei Geschäften die Scheiben eingeschlagen und die Auslagen gestohlen worden. Mehr Verkehrsunfälle als in einer gewöhnlichen Nacht habe es in Hannover aber nicht gegeben. Die Polizeistationen seien trotz des Stromausfalls zu erreichen gewesen.

Kritisch sei die Situation besonders für Alten- und Pflegeheime gewesen. Dort waren Senioren auf Beatmungsgeräte angewiesen, die nur noch mit Akkubetrieb liefen. Die Feuerwehr sei aber überall rechtzeitig eingetroffen, sagte ein Sprecher. Es sei niemand verletzt worden. Während des Blackouts wurde ein Brand in der Medizinischen Hochschule Hannover gemeldet, den die Feuerwehr aber schnell löschen konnte.

Züge mussten Geschwindigkeit drosseln

Die Feuerwehr bezeichnete die Lage während des Stromausfalls als unübersichtlich. Man habe zunächst niemanden bei den Stadtwerken erreichen können, so der Sprecher.

Nach Angaben der Bahn war der Zugverkehr im Bereich Hannover kaum beeinträchtigt. Im Hauptbahnhof hätten Notstromaggregate die Versorgung übernommen, der Bahnhof wurde per Notbeleuchtung erhellt. In einigen Vorortbahnhöfen, wo es keine Notstromversorgung gab, lagen die Stationen dagegen zeitweilig im Dunkeln.

Aus Sicherheitsgründen mussten die Züge diese Bahnhöfe mit verminderter Geschwindigkeit passieren, wodurch es zu leichten Fahrplanverzögerungen kam. Die Bahnbetriebszentrale war durch die Notstromversorgung voll einsatzfähig. Die Oberleitung war durch den Ausfall im Stadtgebiet nicht betroffen, weil der Strom aus einem anderen Netz kommt.

Auch auf dem Flughafen Hannover in Langenhagen fiel nach Angaben der Bundespolizei zeitweilig der Strom aus. Die Notstromversorgung habe aber umgehend eingesetzt.

jok/dapd/dpa

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