Stierkampf in Spanien Einäugiger Torero feiert Comeback

Bei einem Stierkampf verlor Juan José Padilla im vergangenen Oktober fast sein Leben. Für den Matador kein Grund, das blutige Spektakel aufzugeben. Jetzt trat er zu einem spektakulären Comeback an - und tötete unter dem Jubel des Publikums zwei Stiere.

AP

Madrid - Die Bilder von Juan José Padillas größtem Misserfolg gingen um die Welt und erregten Entsetzen - nicht nur bei Stierkampfgegnern: Im Oktober 2011 bohrte ein Stier dem spanischen Torero ein Horn durch die linke Wange ins Auge. Nur mit Mühe retteten die Ärzte dem Mann das Leben - das Auge war verloren.

Mit schwarzer Augenklappe und dem gewohnt eigenwillig rasierten Backenbart trat Padilla am Sonntag zu einem triumphalen Comeback an: Er sei "extrem aufgeregt und dankbar, dass Fans und Kollegen mich die ganze Zeit unterstützt haben", sagte der Matador kurz vor seinem Auftritt dem Sender Antena 3. Das Publikum applaudierte frenetisch, als der 38-Jährige, dessen Gesicht noch immer teilweise gelähmt ist, in einem gold-grünen Anzug die Arena in der Stadt Olienza nahe der Grenze zu Portugal betrat.

Der Matador nahm es mit gleich zwei Stieren auf - und tötete beide. Seine Fans hoben ihn nach dem Kampf begeistert auf ihre Schultern und trugen ihn aus der Arena. Die konservative Zeitung "La Razón" nannte die Rückkehr des Stierkämpfers am Montag ein Wunder.

Padilla war am 7. Oktober 2011 bei einem Stierkampf in Zaragoza ausgerutscht. Der Stier hatte ihm daraufhin ein Horn ins Gesicht gestoßen und ihn lebensgefährlich verletzt. In einer Notoperation wurde sein Gesicht von Chirurgen mit Titanplatten wieder aufgebaut. Noch im Krankenhaus hatte Padilla erklärt, er werde wieder kämpfen.

Auch wenn Spanien seine Rückkehr in den Ring mit Faszination verfolgte, ist das Land gespalten, was den blutigen Sport selbst betrifft. In der nordöstlichen Region Katalonien hat das Regionalparlament den Stierkampf verboten, nachdem eine Petition einer Tierschutzgruppe von 180.000 Menschen unterzeichnet worden war. Ungewiss ist aber, ob sich eine andere Region dem Beispiel Kataloniens anschließen wird.

ala/AFP/dpa



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