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13. Mai 2015, 18:03 Uhr

Internationale Studie

Kinder in Rumänien zufriedener als in Deutschland

Wohlstand ist offenbar keine Garantie dafür, dass Kinder mit der Welt zufrieden sind. Das haben Wissenschaftler in einer internationalen Studie herausgefunden.

Bei einer großen Studie zur weltweiten Zufriedenheit von zehn- und zwölfjährigen Kindern ist Deutschland unter 15 Ländern nur auf Platz neun gelandet. Am glücklichsten zeigten sich demzufolge die Kinder in Rumänien, gefolgt von ihren Altersgenossen in Kolumbien und der Türkei. Die Kinder wurden gebeten, ihr subjektives Wohlbefinden auf einer Skala einzuschätzen. Am unzufriedensten äußerten sich die Teenager in Südkorea.

Befragt wurden für die Studie mit dem Namen "Children's World", die von der Jacobs Foundation gefördert wurde, insgesamt knapp 36.000 Kinder in zwei Jahren. In Deutschland waren Wissenschaftler der Frankfurter Goethe-Universität an der Erhebung beteiligt. Sie soll Erkenntnisse zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern in aller Welt bringen.

"Kinder im Wohlstand sind sehr anspruchsvoll"

Der Berliner Schulpsychologe Klaus Seifried zeigte sich nicht verwundert über Resultate: "Kinder, die im Wohlstand aufwachsen, sind sehr anspruchsvoll und somit auch schneller unzufrieden."

Kinder in Afrika oder Asien seien oft froh, wenn sie täglich etwas zu essen bekämen und zur Schule gehen dürften. In Deutschland seien viele Kinder eher mäßig motiviert zu lernen, sagte Seifried. "Hierzulande tragen ein großer Fernseher und eine Spielkonsole im Kinderzimmer oder ein neues Fahrrad eher zum Kinderglück bei."

sms/dpa

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