Internationale Studie Kinder in Rumänien zufriedener als in Deutschland

Wohlstand ist offenbar keine Garantie dafür, dass Kinder mit der Welt zufrieden sind. Das haben Wissenschaftler in einer internationalen Studie herausgefunden.

Kinder am Tablet-PC: Geld allein macht nicht glücklich
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Kinder am Tablet-PC: Geld allein macht nicht glücklich


Bei einer großen Studie zur weltweiten Zufriedenheit von zehn- und zwölfjährigen Kindern ist Deutschland unter 15 Ländern nur auf Platz neun gelandet. Am glücklichsten zeigten sich demzufolge die Kinder in Rumänien, gefolgt von ihren Altersgenossen in Kolumbien und der Türkei. Die Kinder wurden gebeten, ihr subjektives Wohlbefinden auf einer Skala einzuschätzen. Am unzufriedensten äußerten sich die Teenager in Südkorea.

Befragt wurden für die Studie mit dem Namen "Children's World", die von der Jacobs Foundation gefördert wurde, insgesamt knapp 36.000 Kinder in zwei Jahren. In Deutschland waren Wissenschaftler der Frankfurter Goethe-Universität an der Erhebung beteiligt. Sie soll Erkenntnisse zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern in aller Welt bringen.

"Kinder im Wohlstand sind sehr anspruchsvoll"

Der Berliner Schulpsychologe Klaus Seifried zeigte sich nicht verwundert über Resultate: "Kinder, die im Wohlstand aufwachsen, sind sehr anspruchsvoll und somit auch schneller unzufrieden."

Kinder in Afrika oder Asien seien oft froh, wenn sie täglich etwas zu essen bekämen und zur Schule gehen dürften. In Deutschland seien viele Kinder eher mäßig motiviert zu lernen, sagte Seifried. "Hierzulande tragen ein großer Fernseher und eine Spielkonsole im Kinderzimmer oder ein neues Fahrrad eher zum Kinderglück bei."

sms/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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2469 13.05.2015
1. Wundert nicht
in Südkorea herrscht enormer Leistungsdruck und ein harter Alltag (noch schlimmer ist das in anderen asiatischen Ländern). Ich denke in Rumänien und der Türkei gibt es durchaus einen höheren familiären Zusammenhalt und viele Freiheiten, zumindest in der Türkei werden viele Kinder ja auch regelrecht vergöttert von ihren Eltern. Allerdings glaube ich, dass es in beiden Ländern bei bestimmten Minderheiten (Kurden, Roma) wesentlich düsterer aussiehr.
tradepro 13.05.2015
2. Österreicher in Rumänien
Bin beruflich in Rumänien tätig und kann Ihnen sagen dass die Eltern hier wirklich alles für ihre Kinder tun. Die werden wesentlich mehr umsorgt und wenn es die finanziellen Umstände erlauben auch viel mehr unterstützt. In Österreich und Deutschland herrscht doch eher die Einstellung "ich habe Dir Essen. Unterknft & Ausbildung gegeben. Den Rest machst Du selber". Von daher kann ich schon verstehen dass die Kinder zufriedener sind.
keilsjuergen 13.05.2015
3.
Na hoffentlich haben die auch "Straßenkinder" gefragt...
lupo44 13.05.2015
4. wir sollten uns alle mal erinnern....
die Kinder der Nachkriegszeit.Es gab wenig,aber es wurde geteilt.Wir hatten einen Ball für die ganze Straße und spielten Straße gegen Straße Fußball.Wir hatten kein eigegnes Geld und sind Altpapier und Flaschen sammeln gegangen.Wir sind für alte Leute einholen gegangen und bekamen dafür irgend etwas-Kuchen,Obst oder eine Scheibe Wurst.Ich will damit sagen ,dass durch das wenige eine bestimmte Bescheidenheit entstanden war mit der wir Glücklich waren. Es gab keine soziale Unterschiede und somit auch keinen Neid. Kritiker werden wieder sagen ,naja das war eine andere Zeit-Gott sei Dank ist diese Zeit vorbei.Sage ich auch ,aber ein wenig mehr Bescheidenheit würde unseren Kindern gut tun für alle Lebenslagen.
kuschl 13.05.2015
5. @ lupo44. Sie sagen es!
Volle Zustimmung! Vielleicht liegt das auch daran, daß es damals, wie auch heute in Rumänien, keine Kümmerer und Helferindustrie sowie ungefragte Studien gab, die einem ständig erzählte, wie arm man war. Der nächste Aspekt war, daß Eltern klare Ansagen machten,'weil sie keine tiefenpsychologischen Erkenntnisse einbauten, dazu fehlte die Zeit. Meine Kinderarmut habe ich gar nicht mitbekommen, weil es mir niemand ungefragt erzählt hat. Mit zehn habe ich mein erstes Geld auf dem Feld verdient und Bohnen gepflückt, mit dreizehn bis zum Abi in den Ferien auf dem Bau gearbeitet. Heute ist der Elan schon erschöpft, wenn man einen Antrag beim Amt ausfüllen muss!
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