Studie zu Corona-Leugnern Verschwörungsmythen besonders stark in Sachsen verbreitet

In der Pandemie bekommen Anhänger von Verschwörungsmythen viel Aufmerksamkeit. Laut einer neuen Studie ist ihre Anzahl im Vergleich zu 2020 gesunken – doch es gibt regionale Unterschiede.
Demo gegen Coronamaßnahmen in Hamburg: Es gibt Neu-Überzeugte

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Foto: Hanno Bode / IMAGO

Die Politik will die Menschen seit Monaten mit Argumenten von einer Coronaimpfung überzeugen – doch es gibt viele, die sich für Fakten in der Pandemie nur wenig interessieren. Immerhin ist der Anteil der Menschen, die an Corona-Verschwörungsmythen glauben und die Existenz des Virus gleich ganz leugnen, einer neuen Studie zufolge zuletzt etwas gesunken.

Konkret hat der Anteil der Anhänger von Corona-Verschwörungsmythen in der Bevölkerung laut der repräsentativen Studie »Wer glaubt (nicht mehr) an Corona-Verschwörungsmythen« von Tobias Spöri und Jan Eichhorn von 14 Prozent im Jahr 2020 auf neun Prozent 2021 abgenommen. Gefragt wurde: »Die sozialen Medien sind voll von Geschichten, die behaupten, die Coronapandemie sei ein einziger Schwindel und die Schutzmaßnahmen eine hysterische Überreaktion. Glauben Sie solche Geschichten?«

Die beiden Wissenschaftler von Universitäten in Wien und Edinburgh stützen sich in der Studie des ThinkTanks dpart  auf insgesamt zwei repräsentative Befragungen. 2020 nahmen mehr als 2000 Menschen teil, mehr als 60 Prozent von ihnen wurden 2021 erneut befragt. Die Studie ist Teil des von der Volkswagen-Stiftung geförderten  Forschungsprojekts »Values in Crisis«.

Harter Kern von deutschlandweit sechs Prozent

Unter den neun Prozent der Anhängerinnen und Anhänger von Verschwörungsmythen haben die Forscher noch mal einen harten Kern ausgemacht. Dieser ist bezogen auf die gesamte Bevölkerung zumindest etwas kleiner. »Nur« sechs Prozent der Bevölkerung gelten der Studie zufolge als eingefleischte Corona-Leugnerinnen und -Leugner. Acht Prozent der Menschen in Deutschland bezeichnen sich demnach als Ex-Anhänger, drei Prozent gelten als Neu-Überzeugte.

Unter den Verschwörungstheoretikern stimmten viele unter anderem der Aussage zu, dass eine mächtige Gruppe mit der Verbreitung des Virus Profit machen wolle. Viele der Anhängerinnen und Anhänger ordnen sich selbst politisch eher rechts ein .

Häufiger als im Schnitt verbreitet sind die Verschwörungsmythen laut den Forschern in jüngeren Bevölkerungsgruppen, unter Geringverdienern, jenen mit einem geringeren Bildungsabschluss – sowie unter Ostdeutschen. In Ostdeutschland liegt laut der Erhebung der Anteil der Anhänger von Corona-Verschwörungsmythen mit 16 Prozent (2020: 19 Prozent) doppelt so hoch wie in Westdeutschland mit acht Prozent (2020: 13 Prozent). Auch der harte Kern der Corona-Leugner sei im Osten mit elf gegenüber fünf Prozent deutlich größer.

»Sachsen ein Hotspot«

Dabei sei es insbesondere ein Bundesland, das durch einen besonders hohen Anteil an Anhängern von Corona-Verschwörungsmythen auffalle: Sachsen. Während bundesweit der Anteil von Corona-Leugnern im Vergleich zu 2020 abgenommen hat, habe er dort zugenommen – von 23 auf 28 Prozent.

»Man kann sogar sagen, dass Sachsen ein Hotspot geworden ist«, sagt Studienautor Spöri dem ZDF , das zuerst über die Ergebnisse berichtete. Die niedrige Impfquote in dem Bundesland überrascht ihn demnach nicht: »Warum sollte ich mich gegen ein Virus impfen lassen, dessen Existenz ich verneine?«

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Überdurchschnittlich viele Anhänger der Verschwörungsmythen gibt es laut der Studie auch in Sachsen-Anhalt mit rund 16 Prozent sowie in Berlin, Hessen und Baden-Württemberg (je rund zwölf Prozent).

apr
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