Unwetter 200 Reisende müssen in Zügen in Hannover übernachten

Der Sturm im Norden Deutschlands hat für Chaos gesorgt, betroffen ist auch die Deutsche Bahn. In Hannover strandeten 200 Menschen - sie verbrachten die Nacht in zwei ICE-Zügen.

Anzeige im Bahnhof in Hannover: Wegen des Sturms sind zahlreiche Züge verspätet - oder ganz ausgefallen
Peter Steffen/ DPA

Anzeige im Bahnhof in Hannover: Wegen des Sturms sind zahlreiche Züge verspätet - oder ganz ausgefallen


Wegen Sturmschäden auf mehreren Bahnstrecken sind 200 Reisende in Hannover gestrandet und haben in der Nacht zu Mittwoch in Zügen übernachtet. Die Deutsche Bahn habe dafür zwei ICE-Züge mit insgesamt 1400 Plätzen zur Verfügung gestellt, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Auch in Kassel-Wilhelmshöhe und Hamburg standen Züge für Passagiere zur Übernachtung bereit. Sie wurden aber nicht in Anspruch genommen.

Derweil harrten 300 Menschen über Stunden in einem ICE bei Nienburg wegen eines Oberleitungsschadens auf dem Weg nach Hamburg aus. Gegen 23 Uhr war der von Chur aus der Schweiz kommende Zug nach Hamburg teilweise evakuiert worden. 150 Menschen wurden mit drei Bussen nach Hannover gefahren. Die restlichen Fahrgäste mussten zweieinhalb Stunden im Zug auf die Weiterfahrt warten.

Besonders im Norden und Nordosten Deutschlands war der Zugverkehr am Dienstagabend und frühen Mittwochmorgen gestört. Passagiere hätten auf andere Züge ausweichen müssen, Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer hätten in den Gleisen gelegen und Oberleitungen seien beschädigt worden, hieß es.

Die Strecke Hannover-Bremen war zeitweise gesperrt. Der Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen wurde über eine Güterzugstrecke umgeleitet. Auch auf der Strecke Hamburg-Hannover hatte es über mehrere Stunden große Probleme gegeben.

Segler kentern auf der Müritz

Von starken Winden wurde bereits am Dienstagnachmittag die Besatzung eines Segelboots auf der Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte überrascht. Bei stürmischem und böigem Südwestwind bis Stärke acht kenterte das Boot - und der Mast des Schiffs bohrte sich in den Boden des Sees, wie die Polizei mitteilte. Ein Fahrgastschiff nahm die fünf Segler auf, die Feuerwehr barg das Schiff bei Wassertemperaturen um 16 Grad.

Auf der ostfriesischen Insel Norderney wurden Urlauber von Wassermassen eingeschlossen. Die Gruppe war nach Angaben der Feuerwehr am Dienstag im Osten der Insel auf eine Düne geklettert und hatte einen Notruf abgesetzt. Das Hochwasser war wegen eines Sturms in der Nordsee deutlich höher als normal ausgefallen. Ein Rettungshubschrauber nahm die Urlauber an Bord und brachte sie zurück auf einen Parkplatz.

aar/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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dschulzehh 18.09.2019
1. Stimmt nicht...
,,, ich war in dem ICE der aus Chur kam. ICE 1272. Die Berichterstattung ist vorne und hinten falsch. Laut Angaben der Zugbegleiter waren ca. 450 Personen im Zug. Diese wurden mit drei Bussen nicht nach Hannover gefahren (was beabsichtigt war) sondern im Kreis zurück nach Nienburg gefahren. Dort stand dann der gleiche Zug der dann um kurz nach 3 Uhr in HH Hbf ankam. Die Busfahrt dauerte ziemlich exakt 45 Min, damit kann auch die angegebene Verweildauer der zurückgebliebenen Fahrgäste nicht stimmen. Nach dem was ich gesehen habe ist auch keiner zurück geblieben sondern alle Fahrgäste sind mit den Bussen abtransportiert worden. Das ist aber nur das was ich gesehen habe, mglw. sind doch welche im Zug verblieben. Trotzdem: das stimmt hinten und vorne nicht was hier geschrieben wurde.
dschulzehh 18.09.2019
2. Ice 1272
.. in dem war ich leider auch. Eine ziemliche Tortur. Vielen Dank an das Zugpersonal des ICE 1272 das sich wirklich rührend um die Fahrgäste gekümmert hat. Wenn alle ihren job so machen würden, würde es bei der DB auch besser laufen.
c.PAF 18.09.2019
3.
Tja, Hauptsache, bei der Trassenpflege gespart...
flyermeier 18.09.2019
4. Zur Aussage "Hauptsache an Trassenpflege gespart"
Mag zwar prinzipiell stimmen, hat für diese Situation aber keine große Relevanz. Wenn durch einen sehr starken Sturm Bäume und ganze Hausdächer auf Gleisen liegen kann msn das nicht der DB anlasten. Grundsätzlich muss natürlich geplant werden wie die Auswirkungen solcher Extremwetterereignisse minimiert werden können, zudem diese sich ja häufen...
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