Entschädigung nach Stuttgart-21-Demo 120.000 Euro für zwei Augen

Die Opfer des Polizeieinsatzes gegen Stuttgart-21-Demonstranten sollen entschädigt werden. Dem nahezu erblindeten Dietrich Wagner bietet das Land eine sechsstellige Summe.

Zwei Männer stützen Dietrich Wagner 2010
DPA

Zwei Männer stützen Dietrich Wagner 2010


Mehr als sechs Jahre nach dem rechtswidrigen Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Demonstranten im Stuttgarter Schlossgarten hat das Land Baden-Württemberg mehreren Opfern Angebote für Schmerzensgeld gemacht. Dem schwer an den Augen verletzten Rentner Dietrich Wagner seien 120.000 Euro angeboten worden, sagte dessen Anwalt Ulrich Mann.

Vier weitere Demonstranten sollen nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" zudem vier- bis fünfstellige Beträge erhalten. Alle hatten schwere Verletzungen erlitten, als die Polizei Wasserwerfer gegen Stuttgart-21-Gegner einsetzte. Vor knapp einem Jahr hatte das Verwaltungsgericht Stuttgart entschieden, dass der Polizeieinsatz rechtswidrig war.

Dietrich Wagner ist nach den Druckstößen aus einem Wasserwerfer gegen seinen Kopf nahezu blind. Ein Foto, wie er am 30. September 2010 gestützt auf Helfer und aus den Augen blutend den Stuttgarter Schlossgarten verlässt, ging um die Welt. Die Angebote würden nun geprüft, sagte Rechtsanwalt Mann. Sie seien zumindest "diskutabel".

Der heute nahezu erblindete Dietrich Wagner Ende 2015
DPA

Der heute nahezu erblindete Dietrich Wagner Ende 2015

apr/dpa



insgesamt 127 Beiträge
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Seite 1
dr.könig 21.11.2016
1. Wer war/ist verantwortlich ?
Man sollte die Verantwortlichen für diesen Einsatz auch zur Rechenschaft ziehen. Politisch verantwortlich war damals Herr MP Mappus/CDU.
dirkozoid 21.11.2016
2. Mappus ist verantwortlich!
Dieser Mann ist eine Schande für die CDU, BA-Wü und jeden Menschen mit menschlichem Anstand.
janne2109 21.11.2016
3. ! zu wenig
viel zu wenig
Leser heute 21.11.2016
4. Ungenau
In der Überschrift ist von Entschädigung zu lesen, im Artikel von Schmerzensgeld. Was denn nun? Schmerzensgeld gibt es aufgrund der Verletzung und der belastenden Behandlung. Schadenersatz ersetzt die durch die rechtswidrig zugefügte Verletzung entstandenen Schäden, z. B. behindertengerechter Umbau, Blindenhund aber auch mögliche Ausfälle von Nebenverdienst etc.
toisdorf.rab 21.11.2016
5. bagatellbetrag im vergleich zum schaden
was hätte er denn bekommen, wenn er noch berufstätig und zwingend auf sein augenlicht angewiesen wäre. Es müßten ja nicht gleich usa-übliche horrersummen sein. Aber typisch brd-mäßige extrem niedrig.
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