Stuttgart »Querdenken«-Bündnis demonstriert nach mehrwöchiger Pause wieder

Stuttgart gilt als Ursprungsort der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. Nach wochenlanger Pause haben die Anhänger der »Querdenken«-Bewegung nun wieder protestiert – mit einem Autokorso.
»Querdenken«-Autokorso in Stuttgart

»Querdenken«-Autokorso in Stuttgart

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Bis auf Weiteres wollte sich »Querdenken«-Initiator Michael Ballweg zurückziehen – um im Frühjahr erneut gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. So kündigte er es an Heiligabend an. Doch nur knapp einen Monat nach seiner Ankündigung haben die inzwischen vom Verfassungsschutz beobachteten »Querdenker« aus Stuttgart erneut demonstriert.

Nach einer mehrwöchigen Pause zogen die nach Ansicht des baden-württembergischen Innenministers zunehmend von Extremisten beeinflussten Corona-Protestler mit einem Autokorso durch die Stuttgarter Innenstadt.

Nach Angaben der Polizei nahmen mehrere Hundert Fahrzeuge am Korso teil, der sich über mehrere Kilometer durch die Stadt zog. Der Veranstalter hatte laut Anmeldung bis zu 300 Autos erwartet.

Ballweg hatte seine Anhänger an Weihnachten zu einer Pause der Großdemos aufgerufen und gefordert, zum Jahreswechsel nicht an Demonstrationen in Berlin teilzunehmen.

Das Landesamt für Verfassungsschutz ordnet mehrere maßgebliche Akteure der »Querdenken«-Bewegung dem Milieu der Reichsbürger und Selbstverwalter zu, die die Existenz der Bundesrepublik leugnen und demokratische und rechtsstaatliche Strukturen negieren.

Die Stuttgarter Gruppe »Querdenken 711« ist so etwas wie die Keimzelle der mittlerweile bundesweit aktiven Corona-Protestbewegung.

Ballweg steht außerdem wegen seines Finanzgebarens in der Kritik. Im August berichtete der SPIEGEL, wie Ballweg von der Bewegung finanziell profitiert.

fek/dpa
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