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16. Dezember 2015, 17:41 Uhr

Urteil

Gericht verbietet Bordell in Sylter Wohnblock

Der Vermieter sprach von einer Schankwirtschaft, doch die Anwohner auf der Nordseeinsel Sylt glaubten an ein Bordell im Wohnblock. Dagegen klagten sie - ein Gericht gab ihnen nun recht.

In der Innenstadt von Westerland auf Sylt darf nach einem Urteil des Amtsgerichts Niebüll kein Bordell in ein Appartementhaus einziehen. Die Räume dürften nicht für den Betrieb eines solchen Etablissements oder eines ähnlichen Vergnügungsbetriebs vermietet werden, sagte die Richterin.

Wohnungseigentümer hatten gegen den Besitzer des Gebäudekomplexes geklagt, da sie befürchteten, in das leerstehende Restaurant im Erdgeschoss ihres Wohnblocks würde ein Puff einziehen. "Wenn es eine normale Schankwirtschaft wäre, würde niemand etwas sagen", sagte der Anwalt der Kläger bei der Verhandlung im November. Aber die neue Mieterin betreibe einen Nachtklub und wolle diesen nun dort fortführen.

Mit dem erlassenen Verbot müsse der Vermieter künftig darauf achten, ob in den Wohnblock, wie im Mietvertrag vereinbart, auch nur eine Kneipe einzieht, sagte die Richterin. Andernfalls drohe ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Die Nachfrage nach einem Bordell im Zentrum Westerlands scheint jedenfalls durchaus gegeben. Erst vergangenes Jahr scheiterte ein Unternehmer aus Süddeutschland dort mit dem Bau eines Nobelbordells.

apr/dpa

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