»Wer hat, der gibt« Linke Aktivisten demonstrieren auf Sylt für Umverteilung von Reichtum

»Klassenfahrt zu den Reichen«: Unter diesem Motto sind Hunderte Aktivistinnen und Aktivisten auf Sylt zusammengekommen. Auf der Insel beklagten sie die soziale Ungleichheit in Deutschland.
Demonstration auf Sylt: Die Rede ist von 400 bis 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

Demonstration auf Sylt: Die Rede ist von 400 bis 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Mit einem Marsch über die vor allem auch bei Wohlhabenden beliebte Nordseeinsel Sylt haben linke Aktivistinnen und Aktivisten am Samstag für mehr soziale Gerechtigkeit demonstriert. Nach Schätzungen der Polizei beteiligten sich etwa 400 zumeist junge Menschen an der Protestaktion. Die Organisatoren selbst sprachen von rund 500 Teilnehmern.

Den Angaben zufolge verlief der Marsch von Westerland nach Kampen bis zum Nachmittag friedlich. Der Zug der Demonstranten war gegen 14.30 Uhr mit etwa einstündiger Verspätung gestartet. Die Polizei war in sichtbarer Präsenz auf der Insel vertreten.

Zu der Aktion aufgerufen hatte das Bündnis »Wer hat, der gibt«, um Forderungen nach einer Umverteilung von Reichtum zu bekräftigen. »Auf Sylt bejubeln sich Reiche für Leistungen, die sie nicht erbracht haben, und vererben Geld, das sie nicht verdient haben«, heißt es in dem im Internet veröffentlichten Aufruf. Andernorts sei das Armutsniveau derweil auf einem Rekordhoch, die rapide steigenden Preise trieben immer mehr Menschen in die Existenzangst. Beworben worden war die Demonstration mit dem Schlagwort #SyltEntern, die Rede war von einer »Klassenfahrt zu den Reichen«.

Zuletzt war Sylt Anfang Juli durch die dort gefeierte Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) und der Reporterin Franca Lehfeldt in die Schlagzeilen geraten. Damals hatte eine Gruppe von Punks versucht, die Feierlichkeiten zu stören. Doch für ihren lautstarken Protest hatten sie sich laut Polizei das falsche Hotel ausgesucht.

mbö/dpa
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