Nach Erklärung aus dem Vatikan Katholikinnen verlangen Verteidigung von Reformprozess

Am Freitag kam aus Rom Kritik am Synodalen Weg, der als Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche entstanden war. Die Fraueninitiative Maria 2.0 fordert Bischöfe nun auf, sich dagegen zu positionieren.
Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz (Archivbild): »Wenig Hoffnung«

Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz (Archivbild): »Wenig Hoffnung«

Foto: Arne Dedert / dpa

Sie müssten sich entscheiden, ob sie eine lebendige oder eine tote Kirche wollten, sagte die Theologin Maria Mesrian am Samstag im Deutschlandfunk: Nach der Kritik des Vatikans an der Reforminitiative Synodaler Weg hat die katholische Fraueninitiative Maria 2.0 die deutschen Bischöfe aufgefordert, klar Stellung zu beziehen. »Da jetzt auf Konfrontation zu gehen mit Rom, das wäre der einzige Weg, um überhaupt etwas zu erreichen.«

Sie habe aber »wenig Hoffnung«, dass dies passieren werde, sagte Mesrian. Bisher gebe es selbst von Reformbischöfen nur »dröhnendes Schweigen« zu der Erklärung des Vatikans: »Keiner bezieht letztlich stark Position gegen Rom.« Wenn sich die Kirche aber nicht reformiere, werde sie »in der Bedeutungslosigkeit versinken«.

Kritik von Papst Franziskus

Der 2019 begonnene Synodale Weg der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist eine Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal. Er strebt Reformen in vier Bereichen an: beim Umgang mit Macht, bei der katholischen Sexualmoral, der Position der Frauen und der verpflichtenden Ehelosigkeit der Priester (Zölibat).

In dem Diskussionsforum wollen Bischöfe und Laien gemeinsam Reformvorschläge machen. Das Stimmengewicht der Bischöfe ist dabei größer als das der Laien – weswegen Maria 2.0 sich von vornherein gegen die Teilnahme am Synodalen Weg entschieden habe, wie Mesrian sagte. Ihre eigene Initiative setzt sich vor allem für die Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche und damit auch für den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern ein.

Der Vatikan hatte am Freitag in einer knappen Erklärung gemahnt, der Synodale Weg habe kein Recht, Bischöfe und Gläubige »zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten«. So entstehende neue »amtliche Strukturen und Lehren« würden »eine Verletzung der kirchlichen Gemeinschaft und eine Bedrohung der Einheit der Kirche darstellen«.

Papst Franziskus hatte sich bereits zuvor kritisch zu der Reformbewegung geäußert und vor Abspaltungstendenzen gewarnt. So sagte er kürzlich, in Deutschland gebe es schon eine evangelische Kirche – »wir brauchen nicht zwei davon«.

pbe/AFP
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