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Taiwan: Taipeh in Regenbogenfarben

Foto: Chiang Ying-ying/ AP

Oberstes Gericht Taiwan will Ehe für alle zulassen

Es wäre das erste asiatische Land, das die Ehe für alle zulässt: In Taiwan soll es binnen zwei Jahren eine entsprechende Gesetzesänderung geben - und falls nicht, wird trotzdem geheiratet.

Taiwans Verfassungsgericht hat sich für die Zulassung der gleichgeschlechtlichen Ehe ausgesprochen. Das Gericht wies Regierung und Parlament an, die Gesetzgebung entsprechend zu überarbeiten oder binnen zwei Jahren ein neues Gesetz zu erlassen. Mit dieser Entscheidung könnte Taiwan das erste asiatische Land werden, das die Homo-Ehe erlaubt.

Das Zivilgesetzbuch, das derzeit die gleichgeschlechtliche Ehe nicht anerkennt, sei verfassungswidrig, sagte Justizgeneralsekretär Lu Tai Lang auf einer Pressekonferenz in Taipeh. Sollte die Regierung das Urteil nicht innerhalb der kommenden zwei Jahre umsetzen, könnten homosexuelle Paare auch ohne Gesetzesänderung heiraten, beschlossen zwölf Richter, nur zwei stimmten dagegen.

Hunderte Kämpfer für Homosexuellenrechte jubelten vor dem Gerichtsgebäude, aber auch Gegendemonstranten hatten sich dort versammelt.

Taiwan gilt in vielen Bereichen als fortschrittlich, auch was die Rechte von Homosexuellen angeht. Unter der jahrzehntelang regierenden Kuomintang (KMT) hatte bei dem Thema Stillstand geherrscht.

Seit dem Wahlsieg der oppositionellen Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) hatten Homosexuelle in dem asiatischen Land auf die Zulassung der Homo-Ehe gehofft. Präsidentin Tsai Ing Wen, die seit Mai 2016 im Amt ist, hatte die Kampagne offen unterstützt.

kry/dpa/AFP
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