Karfreitag Wo gilt heute Tanzverbot? Und sollte es abgeschafft werden?

An Karfreitag wird es ruhig in deutschen Klubs, Gesetze verbieten das öffentliche Tanzen. Eine Bevormundung der Bürger? Oder eine sinnvolle Erinnerung an christliche Werte? Stimmen Sie ab.

DPA

Beim Gedanken an Ostern freuen sich viele vor allem über vier freie Tage. Für gläubige Christen aber ist der Anlass ein denkwürdiger: Am Karfreitag wurde Jesus wegen Aufruhrs und Gotteslästerung verurteilt und auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt - so steht es in der Bibel.

Aus diesem Grund zählt der Karfreitag neben etwa dem Totensonntag zu den stillen Feiertagen, und das bekommen auch Atheisten zu spüren. In ganz Deutschland gilt zumindest für einige Stunden ein öffentliches Tanzverbot. Zum Teil ist auch das Musizieren jeglicher Art verboten - Gottesdienste natürlich ausgenommen.

Wie denken Sie über die Regelung? Stimmen Sie ab:

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Tanzverbot an Karfreitag

Sollte das Tanzverbot an Karfreitag abgeschafft werden?

Wann die DJs wieder hinter ihr Pult treten dürfen, regeln übrigens Gesetze auf Bundesländerebene. Hier der Überblick:

  • Baden-Württemberg: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Bayern: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Berlin: Tanzverbot von 4 bis 21 Uhr
  • Brandenburg: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Bremen: Tanzverbot von 6 bis 21 Uhr
  • Hamburg: Tanzverbot von 2 bis 24 Uhr
  • Hessen: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Mecklenburg-Vorpommern: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Niedersachsen: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Nordrhein-Westfalen: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Rheinland-Pfalz: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Saarland: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Sachsen: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Sachsen-Anhalt: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr
  • Schleswig-Holstein: Tanzverbot von 2 bis 24 Uhr
  • Thüringen: Tanzverbot von 0 bis 24 Uhr

Das Bundesverfassungsgericht hat die Regelung Ende vergangenen Jahres zwar etwas gelockert. Demnach darf kein Bundesland mehr Tanzveranstaltungen grundsätzlich verbieten, Ausnahmen müssen erlaubt werden. Grundsätzlich soll der besondere Schutz des Feiertags aber aufrecht erhalten werden.

irb



insgesamt 220 Beiträge
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Seite 1
grand-poobah 14.04.2017
1. Gleiches Recht
Wenn das Gesetz einen Tag mit Tanzverbot vorschreibt, sollte es der Gerechtigkeit halber auch einen mit Tanzgebot kommandieren. Ich selber tanze übrigens nicht sehr gerne. Aber verbieten lassen möcht ich mir es trotzdem nicht.
rieberger_2 14.04.2017
2. Trennung von Staat und Kirche
Wenn Trennung von Staat und Kirche keine leere Worthülse ist, sondern ein Prinzip unserer freiheitlichen Gesellschaft, dann gehört ein religiöses Verbot von unter anderem Tanzen etc. auf den Friedhof allgemeiner religiösbedingten aufoktroyierten Verhaltenszwängen.
amadeus300 14.04.2017
3. Dann schaffen wir doch einfach die christlichen Feiertage ab !!
Es es eigentlich ganz einfach: Wenn eine Gesellschaft nicht wenigstens die Inhalte des Feiertags respektiert und nicht gewillt ist, diesen Respekt auch zum Ausdruck zu bringen, dann wäre es konsequenter, den Feiertag staatlicherseits aufzuheben. Ich sage nicht, daß jeder Bürger den Feiertag inhaltlich mittragen muß. Doch Respekt zu zeigen, bedeutet im Totengedenken, das Einhalten einer Stille als Zeichen gesellschaftlicher Solidarität und Akzeptanz. Wenn diese nicht mehr besteht, dann wird es höchste Zeit, die entsprechenden (oder gar alle) christlichen Feiertage abzuschaffen. Ein Problem damit hätte ich nicht.
ziooyong 14.04.2017
4. Unsinn
Die Antwortmöglichkeiten sind Unsinn, mir ist es egal aber nicht, weil nicht tanze.
stoffi 14.04.2017
5.
Zitat von rieberger_2Wenn Trennung von Staat und Kirche keine leere Worthülse ist, sondern ein Prinzip unserer freiheitlichen Gesellschaft, dann gehört ein religiöses Verbot von unter anderem Tanzen etc. auf den Friedhof allgemeiner religiösbedingten aufoktroyierten Verhaltenszwängen.
Der Karfreitag ist ein Gedenktag wie der Totensonntag und da gelten gleiche Vorschriften. Wenn sie in ihren eigenen vier Wänden feiern wollen, tun sies doch. Mir ist das ehrlich gleich, aber ich habe Verständnis für die Menschen, die diesen Feiertag seiner Bedeutung nach begehen wollen.Ich glaube, es gibt da noch so einen einen Volkstrauertag.
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