Unwetter über Tatra-Gebirge Blitzeinschlag im Gipfelkreuz - Tote und Verletzte in Polen

In Polen und der Slowakei haben Unwetter zahlreiche Opfer gefordert. Im Tatra-Gebirge traf ein Blitz offenbar zunächst ein Gipfelkreuz, dann setzte eine Kettenreaktion ein.

GRZEGORZ MOMOT/EPA-EFE/REX

Bei einem heftigen Gewitter im Tatra-Gebirge sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Mehr als 100 weitere Menschen hätten am Donnerstag während des unerwarteten Unwetters in Polen und der Slowakei Verletzungen erlitten, teilten Rettungskräfte mit. Viele der Verletzten seien per Hubschrauber geborgen worden, einige auf die Intensivstation eingeliefert worden.

Die meisten Opfer gab es auf polnischer Seite des Gebirges, ein Toter wurde aus der Slowakei gemeldet. Er sei aufgrund der Druckwelle mehrere Hundert Meter in die Tiefe gestürzt, so die Bergwacht.

Zunächst war von 20 Verletzten die Rede gewesen, später erklärte der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki, dass es fünfmal so viele Verletzte gegeben habe. Der Politiker reiste selbst in das Unfallgebiet.

Die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete, ein Blitz sei in eine Kette eingeschlagen, die auf den letzten Metern beim Aufstieg auf den Berg Giewont helfen sollte. Außerdem hatten polnische Medien berichtet, dass ein Blitz in ein großes Metallkreuz auf dem Gipfel des Giewont gefahren sei.

Die genauen Umstände sind noch nicht restlos geklärt, PAP zitiert den Chef der polnischen Bergrettung, Jan Krzysztof, aber so: "Nachdem der Blitz einschlug, sind die Menschen umgefallen. Die Spannung wurde dann in die Ketten weitergeleitet, die den Aufstieg sichern sollen. Es sieht nicht gut aus." In dem nahe gelegenen Wintersportzentrum Zakopane habe sich zu diesem Zeitpunkt eine große Touristengruppe aufgehalten.

Der Wetterumschwung war den Medienberichten zufolge plötzlich gekommen, sodass das Gewitter zahlreiche Touristen im Tatra-Gebirge überraschte. Jedes Jahr besuchen Hunderttausende Urlauber das Gebiet, im Sommer zum Bergsteigen und im Winter zum Skifahren.

jok/AFP/dpa



insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
#besserwisser 23.08.2019
1. Was gibt es da zu untersuchen?!
Der Blitz schlägt in das Gipfelkreuz mit ein paar Millionen Volt ein. Dann kann er nicht einfach im Boden verschwinden. Vielmehr breitet er sich ringförmig an der Oberfläche aus. Und wenig entfernt findet er ein Drahtseil. Schon die Schrittspannung, also die Spannung zwischen 2 Füßen beim Gehen, beiträgt mehrere 100.000 Volt und kann tödlich sein. Zwischen dem Drahtseil und der "Erde" sind es, bei der geringen Entfernung, wahrscheinlich Millionen. Wer am Seil ging oder in seiner Nähe war, kann ziemlich dankbar sein, überlebt zu haben ... Ein Tip: Der Spruch, die Eichen sollst du meiden, die Buchen sollst du suchen, ist ausgemachter Blödsinn! Bei Gewitter, insbesondere in den Bergen, muss man so weit wie möglich von Bäumen wegbleiben, sich so klein wie möglich machen, am Besten in einer Vertiefung ...
whatthewhat 23.08.2019
2. Erdung?
Ist die Kette nicht sehr wahrscheinlich geerdet? Die ist doch sicherlich mit Metallbolzen in die Felswand eingelassen? Und falls dem nicht so ist, könnte man da nachbessern. Auch könnte man überlegen wie man die Gefahr bei einem Gewitter in den Bergen besser den Wanderern vermitteln kann. Also ich denke es ist schon der Mühe wert bei tödlichen Unfällen generell genauer hinzusehen und zu überprüfen wie eine Wiederholung vermieden werden kann.
ohne_Name_2019 23.08.2019
3. Nicht unerwartet
Das Unwetter war nicht unerwartet. Das Gewitter war schon morgens vorausgesagt. Fragt doch mal euren Kolumnisten Kachelmann bevor ihr diesen Unsinn vom unerwarteten Unwetter verbreitet.
theuwe 23.08.2019
4. Symbolischer Charakter?
Nachdem es ja auch schon in der Vergangenheit "Gottes Wille" war, dass Kirchen niederbrannten und einstürzten, teilweise mit vielen Todesopfern, mag dies nun ein Hinweis darauf sein, dass sich Gott himself vom Neuen Testament distanziert. Auf jeden Fall Stoff für atheistische Satire...
gandhiforever 23.08.2019
5. Unerwartet
Wer öfters Zeit im Gebirge verbringt, besonders im Sommer, der macht sich schlau bezüglich des zu erwartenden Wetters. Bei einem heraufziehenden Gewitter begibt sich kein erfahrener Berggänger zum Gipfelkreuz. Aber auch bei der verwendeten Landkarte hätte ich mehr erwartet. Da könnte man doch glatt den Eindruck bekommen, dieser Blitz habe noch zu Kaisers Zeiten eingeschlagen. Wenn man die Karte vergrössert, könnte man denken, die Slowakei sei noch deutsch, nicht nur wegen Kaschau (obwohl es dort auch heute noch einige Deutsche gibt). Auch ein Neustadt in Westpreussen ist dort auszumachen. Wenn schon die deutschen Namen erwähnt werden sollen, dann wenigstens in Klammer hinter den aktuellen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.