Skandalbischof Tebartz-van Elst wird Vatikan-Beamter

Wie geht es mit Deutschlands extravagantestem Katholiken weiter? Die Kirche lüftete jetzt das Geheimnis: Franz-Peter Tebartz-van Elst geht in die Vatikan-Verwaltung.
Papst Franziskus (l.) und Bischof Tebartz-van Elst (Archiv): Im Rat des Vatikans

Papst Franziskus (l.) und Bischof Tebartz-van Elst (Archiv): Im Rat des Vatikans

Foto: Claudio Peri;Anspach/ dpa

Limburg/Vatikanstadt - Monatelang hat die römische Kurie über die Zukunft des abberufenen Limburger Skandalbischofs geschwiegen. Nun wird bekannt: Franz-Peter Tebartz-van Elst tritt einen neuen Posten im Vatikan an. Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, soll der 55-Jährige bereits im Dezember zum Delegaten (im Range eines Sekretärs) im Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung ernannt worden sein.

Die Behörde wurde vor fünf Jahren gegründet und untersteht der Verwaltung des Vatikans. Ihre Aufgabe : Die Verkündung des Evangeliums im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Veränderungen. Heißt: Der Päpstliche Rat soll sich laut Radio Vatikan  besonders um jene Länder kümmern, in denen der katholische Glaube zwar traditionell stark verwurzelt ist, die jedoch besonders viele Kirchenaustritte hinnehmen mussten.

Die Affäre um Tebartz-van Elst und die Kostenexplosion beim Bau des Bischofsitzes in Limburg hatten ein großes mediales Echo ausgelöst. Papst Franziskus hatte Ende März 2014 sein Rücktrittsgesuch angenommen und ihn von seinem Amt abberufen. Tebartz-van Elst zog daraufhin nach Regensburg und mied die Öffentlichkeit.

Eine kircheninterne Prüfung der Baukosten für den Bischofssitz war zu dem Ergebnis gekommen, dass er kirchliche Vorschriften umgangen und Baukosten in die Höhe getrieben hatte. Ein strafrechtlich verfolgbares Verhalten sah die Staatsanwaltschaft Limburg jedoch nicht.

daf/dpa
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