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31. Oktober 2013, 13:39 Uhr

Auszeit in Niederbayern

Tebartz-van Elst verbringt "geistliche Tage" im Kloster Metten

Das Rätsel um den momentanen Aufenthaltsort von Franz-Peter Tebartz-van Elst ist gelöst. Der Limburger Bischof hat Zuflucht in einem bayerischen Kloster gefunden. Gastgeber sind die Benediktiner in Metten.

Metten - Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hält sich nach seiner Beurlaubung durch Papst Franziskus in einem bayerischen Kloster auf.

Er verbringe seit Mittwoch "geistliche Tage" in der Benediktinerabtei Metten in Niederbayern und nehme am Gemeinschaftsleben des Klosters teil, teilte das Limburger Bistum mit. Seit seiner Lehrtätigkeit an der Universität Passau habe Tebartz-van Elst immer wieder Zeit in diesem Kloster verbracht.

"Die Benediktiner freuen sich, dass der Bischof von Limburg in Metten eine geistliche Zeit der Erholung verbringt", heißt es in einer Mitteilung der Abtei. "Wir bitten um Verständnis, dass keine weiteren Erklärungen abgegeben werden und bitten, das Kloster als besonderen Ort der Stille zu respektieren."

Papst Franziskus hatte Tebartz-van Elst in der vergangenen Woche eine Auszeit verordnet. Dem Limburger Bischof werden unter anderem ein autoritärer Führungsstil und Verschwendung beim Bau seines neuen Amtssitzes vorgeworfen. Eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz untersucht derzeit die Baukosten von mindestens 31 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat zudem Strafbefehl gegen den Bischof beantragt. Er soll eine falsche eidesstattliche Erklärung zu einem Erste-Klasse-Flug nach Indien abgegeben haben.

Aufstehen um 4.30 Uhr

Ob der Bischof seine gesamte Auszeit in Metten verbringen werde, sei noch offen, sagte der Abt der Katholischen Nachrichtenagentur KNA.

Der Alltag in der Abtei ist nach einem strikten Stundenplan geregelt. Laut Abtei-Website unterliegt das Leben der Mönche - wie in allen Klöstern - "einem Rhythmus, der von Gebet und Arbeit vorgegeben ist". So sieht der Stundenplan werktags Aufstehen für 4.30 Uhr vor, um 5 Uhr morgens folgen "Vigil und Laudes im Chor". Ab 7 Uhr ist "je nach Aufgabe Arbeitsbeginn". Welcher Tätigkeit Tebartz-van Elst in dem Kloster nachgeht, ist freilich unklar.

In der nahe Deggendorf gelegenen Benediktinerabtei sind Gäste willkommen - sowohl Katholiken als auch Protestanten. Als Unterkunft dient der Gästetrakt, die Klausur bleibt ausschließlich Männern vorbehalten. Mit jedem Gast werden individuelle Regelungen vereinbart. In die Abtei ziehen sich immer wieder Geistliche zurück. So hatte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer vor seinem Amtsantritt Anfang des Jahres drei Tage lang dort Kraft gesammelt.

Voderholzer begrüßte die Entscheidung der Abtei, seinen Limburger Amtsbruder aufzunehmen, und dankte dem Abt und den Mitbrüdern. Er sehe die Entscheidung als Zeugnis der großen Tradition benediktinischer Gastfreundschaft, sagte Voderholzer.

Die Benediktinerabtei in Metten war zuletzt im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in die Schlagzeilen geraten. Mehrere ehemalige Schüler des Klostergymnasiums hatten von Übergriffen durch Geistliche berichtet. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" gelten aber sämtliche Taten als verjährt.

rls/wit/dpa

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