Limburger Protzbischof Papst akzeptiert Rücktritt von Tebartz-van Elst

Es gibt keine Rückkehr für Franz-Peter Tebartz-van Elst nach Limburg. Der umstrittene Protzbischof hat seinen Rücktritt eingereicht - und Papst Franziskus hat ihn angenommen. Der 54-Jährige soll einen neuen Job bekommen.

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Rom - Der umstrittene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kehrt nicht in sein Amt in Limburg zurück. Das teilte der Vatikan mit. In der Diözese Limburg sei es zu einer Situation gekommen, "die eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amtes" durch Tebartz-van Elst verhindere, heißt es in der Mitteilung. Papst Franziskus habe deshalb den vom Bischof angebotenen Amtsverzicht angenommen.

Diesen Schritt hatte Tebartz-van Elst laut Vatikan bereits am 20. Oktober angeboten. Der 54-Jährige war wegen der explodierenden Kosten für den Bau seines Bischofssitzes in die Kritik geraten. Er werde "zu gegebener Zeit" mit einer anderen Aufgabe betraut.

Der Vatikan setzte Manfred Grothe, 74, als sogenannten Apostolischen Administrator in Limburg ein. Der Weihbischof aus dem Erzbistum Paderborn soll die Geschäfte bis zur Berufung eines Nachfolgers führen. Der Papst bat die Gläubigen und den Klerus des Bistums, "die Entscheidung des Heiligen Stuhls bereitwillig anzunehmen und sich darum zu mühen, in ein Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung zurückzufinden".

"Gut, dass der Papst eine Entscheidung herbeigeführt hat"

Dem Bischof wurden Verschwendung und autoritäre Amtsführung vorgeworfen. Der Papst hatte dem Bischof im Oktober eine Auszeit außerhalb seines Bistums verordnet, nachdem die enorme Steigerung der Baukosten in Limburg öffentlich geworden war. Tebartz-van Elst wird die Verantwortung für die auf mindestens 31 Millionen Euro ausgeuferten Kosten zugeschrieben. Zuvor war von rund fünf Millionen Euro die Rede. Die Ausgaben waren von einer Kommission der Bischofskonferenz unter der Leitung Grothes geprüft worden. Deren Bericht wurde dem Vatikan vorgelegt.

Grothe will seine neue aufgabe mit Offenheit angehen: "Jetzt gilt es im Geist der Offenheit, in Aufrichtigkeit und Barmherzigkeit einen gemeinsamen Weg für einen Neubeginn zu gehen." Das Geschehene solle sorgfältig aufgearbeitet werden.

"Es ist gut, dass der Papst eine Entscheidung herbeigeführt hat", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Nun sei ein Neubeginn in Limburg möglich. "Die Prüfkommission konnte ihre Arbeit erfolgreich abschließen." Über den Inhalt machte Marx keine Angaben. Der Bericht werde aber am Nachmittag veröffentlicht.

"Kraft für einen Neuanfang"

"Jetzt ist es wichtig, dass das Bistum Limburg einen guten Weg in die Zukunft gehen kann", sagte Marx. Dazu brauche es Versöhnung, neues Vertrauen und die Kraft des Gebets - nur dann sei Heilung und ein neuer Aufbruch möglich.

Das Bistum Limburg plant am Nachmittag eine Pressekonferenz. Es hatte am Freitag angekündigt, das Vermögen und die Ausgaben der Diözese noch vor der Sommerpause offenzulegen. Als Konsequenz aus dem Limburger Skandal hatten die meisten Diözesen bereits vor Monaten die bischöflichen Vermögenswerte veröffentlicht. Es gebe ein großes Bedürfnis danach, die Strukturen und vor allem die Finanzen der Kirche transparenter zu machen, sagte Marx.

Mit der Entscheidung des Papstes war seit Wochen gerechnet worden. Mehrere Bischöfe hatten zuletzt bereits eine Rückkehr Tebartz-van Elsts in sein Bistum offen bezweifelt. "Es gibt viele Gründe, warum er nicht zurückkommen kann", sagte der Mainzer Bischof Karl Lehmann. Sein Rottenburger Kollege Gebhard Fürst äußerte sich ähnlich: "Ich halte eine Rückkehr für nicht realistisch."

Tebartz-van Elst hält sich nicht mehr in der Benediktinerabtei im niederbayerischen Metten auf. Das teilte der dortige Abt Wolfgang M. Hagl mit. Ende Oktober hatte der Bischof Zuflucht in dem Kloster gefunden. Nun wünschte Marx ihm "Kraft für einen Neuanfang".

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wit/aar/dpa/AFP

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Seite 1
jadota 26.03.2014
1. Gratuliere
TvE macht sein Hoeneß.
WasserTrinker 26.03.2014
2.
Zitat von jadotaTvE macht sein Hoeneß.
"Protzbischof" in der Überschrift ist echt schon tiefstes BILD-Niveau.
Politikum 26.03.2014
3. optional
Das war voraus zu sehen. Erst bei paar Monate Gras über die Sache wachsen lassen, dann zurück treten und in der Schublade verschwinden lassen. Das muss bitter für ihn sein - vom Protzbischof mit Machtallüren zum Anonymus. Insgesamt wahrscheinlich das Beste für alle.
baba01 26.03.2014
4. lol
na dann mal los...
Fassungsloser 26.03.2014
5. Apostolischer Administrator
"Der Vatikan setzte Manfred Grothe als Apostolischen Administrator in Limburg ein." Eine ziemliche deutliche Adresse an das Domkapitel, das jetzt keinen Diözesandministrator wählen darf.
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