Tempolimit Spanien bremst für Wale

Vor Gibraltar haben Pottwale Vorfahrt: Spanien hat aus Rücksicht auf die Meeressäuger Schiffen ein Tempolimit in der Meerenge verordnet. Außerdem gelten ab sofort restriktivere Vorschriften für Whale-Watching auf den Kanaren.

Madrid - Die spanische Regierung zeigt Herz für Wale. Wie die Madrider Zeitung "El País" berichtete, sei die Entscheidung in Europa beispiellos. Das Tempolimit von 13 Knoten (24 km/h) gelte für ein Seegebiet, in dem etwa 25 Pottwale lebten, es solle aber auch dazu beitragen, andere Arten wie den Finnwal zu schützen. Mit der Geschwindigkeitsbegrenzung sollen Kollisionen von Schiffen und großen Meeressäugern verhindert werden.

Pottwale: Spanien zeigt ein Herz für die Meeressäuger

Pottwale: Spanien zeigt ein Herz für die Meeressäuger

Foto: AP

Spanien und Marokko prüfen laut der Zeitung außerdem, zum Schutz der Wale die Routen der Fähren zwischen den Hafenstädten Algeciras und Tanger zu verlegen. Der derzeitige Fährverkehr werde von den Überlegungen kaum betroffen, weil die Fährschiffe bislang das wichtigste Verbreitungsgebiet der Wale nur am Rande durchführen. Es würden aber Änderungen erwogen, wenn Ende des Jahres der neue Hafen von Tanger eröffnet werde, berichtete das Blatt. Dieser liege in unmittelbarer Nähe eines Gebiets, in dem viele Pottwale vorkommen.

Wale dürfen nicht mehr angelockt werden

Nicht nur Fährschiffen wird Rücksicht auf die Wale abverlangt, das spanische Umweltministerium verhängte zudem Einschränkungen für die Beobachtung von Walen. Nicht nur in der Meerenge von Gibraltar, sondern auch auf den Kanarischen Inseln dürfen Betreiber von Schiffen, die Urlauber Rundfahrten zur Beobachtung von Walen anbieten, die Tiere nicht mehr an die Wasseroberfläche locken.

Es wird künftig untersagt, zur Anlockung von Walen Sonden einzusetzen oder Futter für die Tiere ins Meer zu werfen. Vor allem bei den Touristen auf den Kanaren sind solche Rundfahrten in jüngster Zeit immer beliebter geworden.

abl/dpa

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