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Texas Feuerbälle über Chemiefabrik - vier Orte evakuiert

Das erste Mal krachte es mitten in der Nacht: In Texas hat es ein schweres Unglück in einer Chemieanlage gegeben. Die zweite Explosion folgte 13 Stunden später.

Zwei gewaltige Explosionen in einer Chemiefabrik haben Mitarbeiter und Anwohner in Schrecken versetzt und drei Menschen verletzt. Vier Orte müssen geräumt werden, rund 60.000 Personen in Port Neches, Groves, Nederland und Teilen von Port Arthur ihre Häuser verlassen.

Ein riesiger Feuerball stieg über der Fabrik des Chemieunternehmens TPC im texanischen Port Neches auf, wie in Online-Netzwerken veröffentlichte Fotos und Videos zeigten. Die Aufnahmen zeigen große Teile der Anlage, die in die Luft geschleudert werden.

Anwohner Ryan Mathewson sagte der Nachrichtenagentur AFP, in seinem Haus seien durch die Wucht Fensterscheiben zu Bruch gegangen und Türen eingedrückt worden. Auch Teile der Decke seien eingebrochen. Die Explosion habe bei seiner Familie "Schrecken und Angst" ausgelöst, sagte der 25-Jährige.

Bezirksrichter Jeff Branick sagte dem Lokalsender KFDM News, es sei "ein Wunder", dass es keine Todesopfer gegeben habe. Demnach wurden drei Menschen verletzt: Einer erlitt Verbrennungen, ein zweiter brach sich ein Handgelenk und ein dritter ein Bein. Nach Angaben der Betreiberfirma TPC handelt es sich bei den Verletzten um zwei Angestellte der Fabrik und einen Mitarbeiter eines Subunternehmens.

13 Stunden lagen zwischen den Explosionen

Das Unternehmen erklärte, alle Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden. Die drei verletzten Arbeiter würden medizinisch versorgt. Dem Unternehmen zufolge ereignete sich die Explosion gegen 1 Uhr nachts (Ortszeit) in einer "Verarbeitungseinheit" der Fabrik. TPC habe daraufhin den Krisenreaktionsplan aktiviert und die Feuerwehr verständigt. Die zweite Explosion folgte dann gegen 14 Uhr.

Die Petrochemiefabrik ist etwa 135 Kilometer von Houston entfernt, der größten Stadt des US-Bundesstaats. Laut der Website des Unternehmens sind mehr als 200 Mitarbeiter in der Fabrik beschäftigt. Produziert werden dort unter anderem die entzündlichen Gase Butadien und Buta.

jok/AFP/Reuters
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