Titel entzogen Thailändischer König lässt Geliebte fallen

Wenigen Monarchien wird in der Bevölkerung eine so devote Verehrung zuteil wie der in Thailand. Dort erhob der König kürzlich seine Geliebte in einen offiziellen Konkubinen-Rang. Doch die Harmonie hielt nicht lange.

Sineenat Wongvajirapakdi: Vom König die Orden entzogen
Photo by Handout / THAILANDS ROYAL OFFICE / AFP

Sineenat Wongvajirapakdi: Vom König die Orden entzogen


Erst vor einigen Wochen hatte König Maha Vajiralongkorn öffentlich gemacht, dass er neben seiner Ehefrau, Königin Suthida, eine Beziehung zu Sineenat Wongvajirapakdi unterhält. Doch mit der in Thailand früher durchaus üblichen Zweitfrau scheint es nun wieder aus zu sein.

Der 34-Jährigen werde vorgeworfen, der Ehefrau des Königs, Suthida, im Amt der Königin Konkurrenz gemacht zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine offizielle Stellungnahme: "Sineenats Verhalten missachtete die Monarchie, führte zu Konflikten unter den Beamten des Königshauses und führte zu Missverständnissen in der Öffentlichkeit."

Sieben Kinder aus früheren Verbindungen

König Maha Vajiralongkorn entzog seiner bisherigen offiziellen Geliebten jedenfalls alle königlichen und militärischen Titel. Sineenat Wongvajirapakdi darf sich damit auch nicht mehr königliche Gemahlin nennen. Begründet wurde die Degradierung vom Palast damit, dass die ehemalige Krankenschwester gegen den Willen des Königs verstoßen habe und illoyal gegenüber der Monarchie gewesen sei.

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Auszüge aus dem Privatleben: Konkubine des Königs

Die bisherige Generalmajorin war erst in diesem Sommer zur Konkubine erhoben worden. Das Königshaus veröffentlichte dazu Dutzende Fotos. Auf einem Bild hielt Koi - so ihr Spitzname - sogar die Hand des Monarchen. Der König ist seit Mai mit der jetzigen Königin Suthida, seiner vierten Frau, verheiratet und hat aus früheren Verbindungen sieben Kinder.

An seinem Geburtstag im Juli hatte Maha Vajiralongkorn - auch bekannt als Rama X. - Sineenat Wongvajirapakdi zur Chao Khun Phra erhoben. Auf der Internetseite des Königs war auch der Lebenslauf der Frau veröffentlicht worden.

apr/Reuters/dpa

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insgesamt 36 Beiträge
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claus7447 21.10.2019
1. Er wird seinem Ruf gerecht .....
... nun ... er hatte schon einen zweifelhaften Ruf in den 1990er Jahren ... er macht dort weiter wo er damals aufgehört hat. Der verstorbene König wird rotieren!
ruhuviko 21.10.2019
2. Ein Freund von mir,
er lebt in Tansania und ist Muslim, wollte neben seiner Frau auch eine Zweitfrau haben. Das hat lange Zeit zu Mißmut bei seiner Ehefrau geführt, außerdem hatte er keine Arbeitsstelle. Irgendwann hat er den Gedanken aber wieder fallen gelassen - und damit sehr zur Harmonie mit der Familie beigetragen.
annoo 21.10.2019
3. Ach ja?
Es wird also nicht angeprangert, dass der König eine Geliebte hat, sondern "der 34-Jährigen werde vorgeworfen, der Ehefrau des Königs, Suthida, im Amt der Königin Konkurrenz gemacht zu haben". Und SIE sei also "illoyal" gewesen, nicht der König. Das ist schon echt schräg - mal ganz abgesehen davon, dass man ja nicht weiß, was sich der allmächtige König so vorgestellt hatte, was seine Konkubine zu liefern hätte. Nach einer gleichberechtigen Beziehung hört sich das auf jeden Fall nicht an. Ich verstehe nicht, was Menschen an Monarchien gefällt, außer denen, die an der Spitze durch exorbitant viel Geld und Macht direkt davon profitieren.
Remotesensing 21.10.2019
4. Beneidenswerter König
Frau und offizielle Konkubine, und das auf Staatskosten. Das Leben könnte so schön sein.
marialeidenberg 21.10.2019
5. Wenn das Gesetzbuch das hergibt...
Die Tradition, neben der offiziellen, oft aus Staatsräson geheiratete Erstfrau eine Zweitfrau haben zu dürfen, ist in vielen Monarchien nachweisbar.
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