Tierfarm in Honduras Hungernde Krokodile erstmals wieder gefüttert

Auf einer Reptilien-Farm in Honduras sind Tausende hungernde Krokodile erstmals wieder satt geworden. Die Unterversorgung der Tiere hatte für harsche Kritik gesorgt. Auch der neue Vorrat reicht nur für drei Tage.

AFP

Erstmals seit Wochen haben Krokodile auf einer Farm in Honduras wieder etwas zu fressen bekommen. 10.500 Kilogramm Hühnerfleisch seien für die geschätzt 11.000 Krokodile auf der Cocodrilos Continental Farm in San Manuel geliefert worden, erklärte ein Vertreter der örtlichen Forstbehörde ICF. Mit zusätzlich 2000 Kilogramm Rinderinnereien, die eine andere Firma gespendet habe, werde der Vorrat für zwei bis drei Tage reichen, teilte der Verwalter der Farm mit.

Pablo Dubón vom ICF erklärte, man arbeite mit der Gemeinde San Manuel und Vertretern von Tierschutzorganisationen an einem Notfallplan für die Versorgung der Reptilien - solange keine langfristige Lösung in Sicht sei. Die seit Wochen nicht bezahlten Angestellten der Tierfarm sollten vorübergehend Lebensmittel für ihre Arbeit erhalten, damit der Betrieb aufrechterhalten werden könne, sagte Dubón.

Am Montag war bekannt geworden, dass den etwa 11.000 Krokodilen und sieben Löwen auf der Anlage der Hungertod droht, weil das Vermögen der Besitzer von den US-Behörden eingefroren wurde. Mindestens 40 Krokodile seien bereits verendet, hieß es. Ein Sturm der Entrüstung brach los, Zeitungen wie "La Tribuna" warnten vor drohendem Kannibalismus unter den ausgehungerten Tieren.

Die Farm gehört der in Honduras sehr einflussreichen Familie Rosenthal. Am 7. Oktober hatte das US-Finanzministerium mitgeteilt, dass es unter anderem gegen den 79-jährigen Multimillionär Jaime Rosenthal und seinen Sohn Yani wegen des Verdachts der Geldwäsche und des Drogenhandels ermittele.

ala/AFP



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