Tierporträts von unten Blicke auf zu mir

Wie sehen Hunde, Hasen oder Pferde von unten aus? Der Fotograf Andrius Burba lichtet unterschiedliche Tierarten auf Glasplatten ab - und eröffnet damit ungewohnte Perspektiven.

Andrius Burba

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Hunde, die nach Leckerlis schnappen, händchenhaltende Otter - das Internet ist voll von solchen Bildern und Videos, die Herzen von Tierliebhabern höher schlagen lassen. Andrius Burba fand eines Tages das Foto einer Katze, die auf einem gläsernen Couchtisch saß und von ihrem Besitzer von unten abgelichtet wurde - und wollte das unbedingt auch probieren.

Er baute sich ein mobiles Studio und reiste damit zu einer Katzenausstellung, wo er viele schöne Exemplare fand. Die Tiere setzte er auf eine Glasscheibe - und positionierte seine Kamera darunter. Seit mittlerweile drei Jahren arbeitet er nun mit seinem Team an dem Projekt "Underlook". Auf Facebook und Instagram folgen ihm zusammen fast 49.000 Menschen.

Warum Burba die Tiere von unten zeigen möchte? "Ich denke, alles, was ungewöhnlich ist, ist interessant." Die Vierbeiner würden in dieser Ansicht mal niedlich, mal seltsam oder elegant aussehen, die Ergebnisse ihn immer wieder überraschen.

Burba hat nicht nur typische Haustiere wie Katzen, Hunde und Kaninchen unterschiedlicher Rassen porträtiert, sondern auch Pferde, Insekten oder ein Goldkopflöwenäffchen. Die genaue Anzahl der Tiere könne Burba nicht nennen, er schätze aber, dass es um die 400 sein müssten.

Fotostrecke

15  Bilder
Zeigt her eure Bäuche: Tierische Modelle von unten

Ein typisches Shooting mit den tierischen Modellen dauert rund 15 Minuten, bei den Pferden manchmal bis zu zwei Stunden. Dabei zeigt Burba die Tiere so, dass man ihre flauschigen Bäuche, ihre Pfoten, Krallen, aber auch ihre niedlichen Gesichter sehen kann.

Tiere zu fotografieren, ist laut Burba schwieriger, als Menschen abzulichten - aber auch lustiger. Jedes tierische Modell sei unterschiedlich, habe seinen eigenen Charakter: Manche bewegten sich viel, andere lägen faul herum, einige seien aufgeregt, andere bringe nichts aus der Ruhe. "Wenn sie Angst haben, versuche ich, ihnen Zeit zu geben sich anzupassen", sagt der Fotograf. "Damit sie die richtige Position einnehmen, locke ich sie mit Leckerlis."

Die größte Herausforderung waren die Shootings mit Pferden. "Nicht nur weil sie sehr groß sind, sondern auch weil sie Angst davor haben, auf Oberflächen zu gehen, die ihnen nicht vertraut sind." Burba musste hier ein drei Meter tiefes Loch graben, in das er eine Holzkiste hineinlegte, darauf eine Glasscheibe. Auf dieser positionierte er die Pferde.

Ein Tier, das er nicht fotografieren würde? Da fällt dem Fotografen nichts ein. Sein Traum ist es, eines Tages einen Tiger abzulichten. "Aber das ist ein sehr schwieriges und teures Projekt, sodass es noch eine Weile dauern könnte."


Ausstellungen und Fotoshootings zum Fotoprojekt "Underlook" finden regelmäßig in verschiedenen deutschen Städten statt. Termine erscheinen auf der Website.

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