Aus Rumänien Tierhändler schickten Hundebaby im Karton nach München

In München hat eine Frau ein Hundebaby über Ebay-Kleinanzeigen bestellt. Der Welpe wurde aus Osteuropa in einem Paket geliefert - und musste ohne Wasser und Nahrung im Dunklen ausharren.
Pomchi mit Tierärztin Sandra Giltner

Pomchi mit Tierärztin Sandra Giltner

Foto: Thomas Einberger/ DER SPIEGEL

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" verfolgt Hunde-Händler aus Osteuropa. Eine Bande ließ vor einigen Wochen einen höchstens sechs Wochen alten Welpen per Kurierdienst in einem Paket ins Münchner Westend liefern.

Die Käuferin hatte das Hundebaby über Ebay-Kleinanzeigen für insgesamt 508 Euro bestellt. Nachbarn beobachteten die Übergabe des Pomeranian-Chihuahua-Mix und verständigten die Polizei. Der Welpe saß in einem Karton mit Luftlöchern und musste, so berechnen Tierschützer, mindestens 18 Stunden ohne Wasser und Nahrung im Dunkeln von Rumänien nach Bayern reisen.

Polizeibeamte übergaben den Hund dem Münchner Tierheim, wo er in der Isolierstation und unter Quarantäne lebt. Er litt bei seiner Ankunft an der oft tödlichen und hoch ansteckenden Krankheit Parvovirose.

Die Organisation "Vier Pfoten" versucht mit der Kampagne "Tatort Internet" zu verhindern, dass Hundebabys aus dem Ausland über Onlineplattformen bestellt werden können. Sie schätzt, dass illegale Tierhändler ihre Ware nun häufiger mit Paketdiensten schicken werden. "Damit umgehen sie die neuen Grenzkontrollen", sagt Sprecherin Birgitt Thiesmann. Strafbar ist das nicht. Wie das Polizeipräsidium München mitteilt, handelt es sich um einen "legalen Transportweg", wenn Luft- und Wasserzufuhr geregelt seien.

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