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Tempel in Thailand: Handzahme Raubtiere

Foto: Barbara Walton/ dpa

Tiger-Tempel in Thailand Schluss mit der Schmuserei

Für Thailands Touristen ist es eine Attraktion: Mit mehr als 140 Tigern leben Mönche in einem Tempel zusammen. Doch der Streichelzoo empört Tierschützer. Nun sollen sich die Besitzer von ihren Maskottchen trennen.

Wer weiß, wie sich Tiger in der Wildnis verhalten, dem mag es seltsam vorkommen, Raubkatzen so zahm und verschmust zu sehen. In Thailands berühmten Tiger-Tempel lebten Mönche bislang mit 147 Raubkatzen zusammen, die sie wie Haustiere hielten. Damit dürfte nun bald Schluss sein: Nach anhaltender Kritik haben die Behörden angeordnet, die Tiger an Zoos oder Naturparks abzugeben. Der Luangta-Maha-Bua-Tempel habe die Wildkatzen bislang ohne die entsprechende Genehmigung gehalten, sagte der Leiter der Naturschutzbehörde.

Tierschützer hatten den Mönchen wiederholt vorgeworfen, mit bedrohten Arten zu handeln und ein maßloses Zuchtprogramm zu betreiben. Man vermutete, die Tiere würden mit Medikamenten handzahm gemacht. Im Februar hatte die Behörde die Tempelanlage durchsuchen lassen. Vorwürfe der Tierquälerei seien unbegründet, ergab die Prüfung damals.

Die Mönche durften vorerst weiterhin mit ihren "Haustieren" zusammenleben. Beschlagnahmt wurden jedoch 38 unter Schutz stehende Nashornvögel, für die niemand eine Genehmigung hatte.

Die Mönche sehen den Tempel als Schutzort und Zuchtstation für die Tiger. Sie würden auf die Freilassung in die Wildnis vorbereitet, sagt die Tempelverwaltung. Ob man dem Glauben schenken kann, ist fraglich - Fotos hatten gezeigt, wie Mönche auf den Tigern reiten, mit ihnen schmusen und herumalbern.

Die Tiger sind außerdem eine Touristenattraktion: Jeden Mittag zeigen sich die Mönche in dem buddhistischen Tempel in Kanchanaburi, rund 120 Kilometer westlich von Bangkok, gemeinsam mit den Tieren und liefern den Besuchern eine Art Show. Die Touristen dürfen sich mit den Raubkatzen fotografieren lassen - und zahlen dafür gerne in die Tempelkasse ein.

kis/dpa

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