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Tod von Khaled B. Dresdner erinnern an getöteten Asylbewerber

Khaled B. wurde erstochen in einer Plattenbausiedlung gefunden. Wer den Asylbewerber getötet hat, ist noch völlig unklar. In Dresden gedachten nun mehr als tausend Menschen des jungen Mannes.
Demonstration in Dresden: Gedenken an Khaled B.

Demonstration in Dresden: Gedenken an Khaled B.

Foto: Oliver Killig/ dpa

Dresden - Die Demonstranten, die am Samstag durch Dresdens Innenstadt zogen, hielten Schilder in die Höhe, auf denen stand: "Ich bin Khaled". Sie erinnerten an den erstochenen Asylbewerber Khaled B. aus Eritrea und forderten eine rasche Aufklärung des Falls. Im Raum steht der Verdacht, die Tat könne rassistisch motiviert gewesen sein. Zur genauen Teilnehmerzahl konnte die Polizei noch keine Angaben machen.

Die Leiche des 20-Jährigen war am Dienstagmorgen in einer Plattenbausiedlung im Stadtteil Leubnitz-Neuostra gefunden worden. Dort lebte er zusammen mit sieben anderen Eritreern in einer Vierzimmerwohnung.

Laut Staatsanwaltschaft starb Khaled B. durch Messerstiche in Hals und Brust. Die Ermittler hatten in einer ersten Information zu dem Fall zunächst mitgeteilt, es gebe für eine Fremdeinwirkung keine Anhaltspunkte. Die ersten Beamten vor Ort waren von einem Sturz ausgegangen, die Stichkanäle wurden den Angaben zufolge erst bei der Obduktion entdeckt. Der Bundestagsabgeordnete Volker Beck erstattete Anzeige gegen unbekannt wegen möglicher Strafvereitelung im Amt.

Wer Khaled B. getötet hat, ist unklar. Es gibt keine Verdächtigen und keine heiße Spur. Auch ist unklar, ob der Fundort der Leiche auch der Tatort ist.

Auf der Demo in Dresden wurde die Pegida-Bewegung kritisiert. Durch deren Aufmärsche sei die Stadt zu einem "Zentrum der Fremdenfeindlichkeit" geworden.

hut/dpa