Todesstrafe für Homosexuelle Berliner Schwule knutschen gegen Diskriminierung

Weil das ugandische Parlament ein "Anti-Homosexualitätsgesetz" auf den Weg bringen will, haben Berliner Aktivisten zum Protest aufgerufen: Vor der Botschaft des Landes wollen sie mit einer öffentlichen Knutsch-Einlage auf die Diskriminierung von Schwulen aufmerksam machen.


Berlin - Vor der ugandischen Botschaft in Berlin wollen Vertreter des schwulen Anti-Gewalt-Projekts "Maneo" am heutigen Montag gegen die Diskriminierung Homosexueller demonstrieren.

Hintergrund der Aktion ist ein "Anti-Homosexualitätsgesetz", das dem ugandischen Parlament derzeit zur Verhandlung vorliege, teilte der Leiter Projekts, Bastian Finke, mit. Dieser Gesetzentwurf sehe lange Freiheitsstrafen und in manchen Fällen sogar die Todesstrafe für homosexuelle Beziehungen vor. Auch Menschenrechtsaktivisten, die in Uganda über Homosexualität aufklärten oder die Anliegen homosexueller Menschen unterstützten, seien von Haftstrafen bedroht, sagte Finke.

Der Gesetzesentwurf hatte weltweit für Empörung gesorgt. Homophobie ist in Afrika noch immer weit verbreitet. Bürgerrechtler fürchten nun, dass die neue Regelung Schwulenhass fördert und gleichzeitig die Bemühungen, das enorme Aids-Problem auf dem Kontinent in den Griff zu bekommen, boykottiert.

Die Berliner Aktion findet am Internationalen Tag gegen Homophobie statt. Dieser Tag soll an den Beschluss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 17. Mai 1990 erinnern, Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen.

ala/ddp



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