Tschad Französische Helfer müssen wegen Kindesentführung vor Gericht

Seit sechs Wochen sitzen sie im Tschad in Untersuchungshaft: Jetzt sollen sich sechs Mitarbeiter der Hilfsorganisation Arche de Zoé wegen Entführung Minderjähriger vor Gericht verantworten. Die Franzosen protestieren per Hungerstreik gegen die Haft.


N'Djamena - Der für den Fall zuständige Untersuchungsrichter im Tschad will sechs Mitglieder der Arche de Zoé wegen Entführung Minderjähriger und Betrugs vor einem Gericht anklagen. Dies berichtete einer der Anwälte der Franzosen heute in der Hauptstadt der Republik Tschad, N'Djamena. Man werde auch drei mitangeklagten Einheimischen und einem Sudanesen wegen Mittäterschaft den Prozess machen, hieß es. Den Angeklagten drohen nun bis zu zwanzig Jahre Zwangsarbeit.

Mitglieder der Hilfsorganisation Arche de Zoé
AFP

Mitglieder der Hilfsorganisation Arche de Zoé

Gegen drei französische Journalisten und die spanische Besatzung eines gecharterten Flugzeuges ließ der Richter die Anklage den Angaben zufolge dagegen fallen. Sie hatten trotz der laufenden Anklage schon vor Wochen ausreisen dürfen.

Die tschadische Polizei hatte die Mitarbeiter der Arche de Zoé Ende Oktober im Osten des Landes festgenommen, als sie auf eigene Faust 103 afrikanische Kinder nach Frankreich ausfliegen wollten. Laut Arche de Zoé handelte es sich um Waisenkinder aus dem angrenzenden Sudan. Mitarbeiter internationaler Organisationen stellten aber fest, dass die meisten Kinder keine Waisen waren und aus dem Tschad stammten.

ala/AFP



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