Folgen der Flut in Australien »Die Bäume sind voller Schlangen«

Hunderte Spinnen auf matschigem Boden, Reptilien in Rettungsbooten: Die Flutkatastrophe in Australien sorgt für teils brisante Begegnungen zwischen der Bevölkerung und der heimischen Tierwelt.
Überschwemmungen nordwestlich von Sydney

Überschwemmungen nordwestlich von Sydney

Foto: SAEED KHAN / AFP

Für die Menschen in Australien sind die Überschwemmungen der vergangenen Tage ein erhebliches Problem. Doch auch für Teile der heimischen Tierwelt geht es bei steigenden Wasserständen um das nackte Überleben.

Wie unter anderem der US-Sender CNN berichtet,  gibt es zahlreiche Berichte von Spinnen und Schlangen, die auf der Flucht vor dem Wasser menschliche Behausungen ansteuern.

So postet etwa der Australier Matt Lovenfosse auf Facebook immer wieder Updates von den Verhältnissen auf seiner Farm in Kinchela Creek, an der Ostküste des Landes etwas auf halbem Weg zwischen den Metropolen Sydney und Brisbane.

Eins der Fotos zeigt Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte Spinnen, die sich über matschigen Boden bewegen. »Es regnet immer noch, und das Wasser kommt dem Haus immer näher. Bis zum Morgen dürften wir Wasser im Haus haben und dann sind auch die Spinnen überall«, schreibt Lovenfosse. Dies sei bei ähnlichen Wetterlagen 2001 und 2013 auch passiert, die Tiere suchten instinktiv den höchsten Punkt. Und das sei nun einmal das Wohnhaus.

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Doch nicht nur Spinnen suchen sich Strategien, um mit der extremen Situation fertig zu werden. »Die Bäume sind voller Schlangen«, schreibt Lovenfosse. Wenn man mit dem Boot über die überschwemmten Felder fahre, würden zahlreiche Reptilien versuchen, an Bord zu kommen.

Ein ähnliches Verhalten schilderte Feuerwehrmann Russell Turner dem australischen Sender ABC: »Eine Crew war gerade dabei, eine Familie zu retten. Als sie zu ihrem Boot zurückkamen, fanden sie zahlreiche Schlangen darin. Sie haben dann die Familie abgelenkt, die Schlangen ausgebootet und die Rettungsaktion abgeschlossen.« Auch hier hätten die Tiere den höchsten Punkt gesucht, in diesem Fall eben das Rettungsboot.

Tagelanger Starkregen hat in weiten Teilen der Ostküste die Flüsse über die Ufer treten lassen. Entlang eines 900 Kilometer langen Streifens wurden 18.000 Menschen in Sicherheit gebracht, davon 15.000 in der Region nördlich von Sydney und 3000 in West-Sydney, erklärte die Premierministerin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian.

Melanie Williams, die in der Stadt Macksville lebt, postete ebenfalls bei Facebook bemerkenswerte Aufnahmen . »So viele SPINNEN aus dem Flutwasser«, schrieb sie dazu.

Bei TikTok schließlich verbreitete Shenea Varley ein Video von zahlreichen Spinnen , die sich auf einem Zaun vor dem Wasser in Sicherheit bringen. »Sie krabbeln auch an Beinen hoch, um Schutz zu erhalten«, so ihr Kommentar.

Die gute Nachricht immerhin für Mensch und Tier: Ab Mittwoch soll der Regen nachlassen, dann sind Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad vorhergesagt. Bis die Schäden dieser Jahrhundertflut beseitigt sind, dürfte es allerdings noch eine Weile dauern.

jok