Umbaupläne Hitler-Eiche spaltet südostpolnische Stadt

Der Baum soll weg - nur warum? Die Einwohner von Jaslo streiten über die Zukunft einer Eiche, die Hitler der polnischen Stadt vor fast 70 Jahren geschenkt haben soll. Die Bürgermeisterin will ihn fällen lassen - doch es hegt sich Widerstand.


Warschau - Adolf Hitler hatte die Eiche der Stadt vor 67 Jahren geschenkt, nun soll sie gefällt werden. "An der Stelle soll ein Kreisverkehr entstehen", sagte Bürgermeisterin Maria Kurowska SPIEGEL ONLINE. Sie hatte entschieden, den Baum entfernen und demonstrativ verbrennen zu lassen.

Noch steht sie: Die Hitler-Eiche in Jeslo
AP

Noch steht sie: Die Hitler-Eiche in Jeslo

"Wenn ich die Wahl habe zwischen der Verbesserung der Verkehrssituation und dem Gedenken an einen Massenmörder, wähle ich Ersteres", sagte sie weiter. Allerdings soll der Baum nicht wegen seiner NS-Vergangenheit gefällt werden - sondern allein wegen der Baupläne.

Einem Augenzeugenbericht zufolge war die aus Braunau am Inn stammende Eiche 1942 in Jaslo gepflanzt worden. Wie der 80-jährige Kazimierz Polak berichtete, wollte sich Hitler mit dem jungen Baum für die Geburtstagswünsche des damaligen Landrats bedanken.

Gegen die Entscheidung der Stadtbehörden hat sich inzwischen eine Protestfront formiert.

Unter anderem startete Polak eine Unterschriftenaktion für die Erhaltung des Baumes. Die Eiche sei ein Naturdenkmal und kein Nazi-Symbol, sagte Tomasz Kasprzyk, Chef der Wohnsiedlung Jaslo-Mitte, der Zeitung "Nowiny24". Hitler sei schuldig gewesen, "warum soll die Eiche dafür büßen?", fragte der Stadtrat Krzysztof Czelusnik.

han/dpa



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