Umstrittenes Gedenken an Johannes Paul II. Monumentale Papststatue eingeweiht

In der bretonischen Kleinstadt Ploërmel ist ein Denkmal zu Ehren von Papst Johannes Paul II. eingeweiht worden. Die neun Meter hohe Statue erregt aber den Zorn vieler Bürger. Sie berufen sich auf ein Gesetz zur Trennung von Staat und Kirche in Frankreich.


Ploërmel - "Sehr heiliger Vater, beschütze die Bretagne die Dich liebt, beschütze Ploërmel, das Land von Ploërmel und seine Einwohner", sagte Bürgermeister Paul Anselin heute in seinem Gebet bei der feierlichen Einweihung der Statue. Abseits der etwa 1.000 Teilnehmer der Zeremonie und Schaulustigen machte sich aus Paris angereiste Clowns mit frechen Sprüchen über den Papst und über den Festakt lustig. Die Einweihung verlief jedoch ohne weitere Zwischenfälle.

Umstrittenes Monumentalwerk: Papstdenkmal in der Bretagne
AP

Umstrittenes Monumentalwerk: Papstdenkmal in der Bretagne

Die neun Meter hohe Skulptur ist ein Geschenk des Bildhauers und Präsidenten der russischen Akademie der Schönen Künste, Zurab Tsereteli. Das Werk sorgt für Streit, da in Frankreich eine strikte Trennung von Staat und Kirche gilt und der Betonsockel mit 8.000 Euro aus Steuergeldern finanziert wurde. Marylène Guillaume, Mitglied des "Kollektivs gegen das Aufstellen einer Statue in Ploërmel", kündigte vor der Einweihung in einer Pressekonferenz an, weiter juristisch gegen die Statue vorgehen zu wollen.

Bürgermeister Anselin begrüßte zur Einweihung neben dem
Künstler auch Vertreter der Katholischen Kirche, der orthodoxen
Christen und des französischen Muslimrates sowie den früheren
Außenminister Hervé de Charette. Am Vorabend hatte er als Dank für das Geschenk den Bahnhofsplatz von Ploërmel nach dem Bildhauer Tsereteli benannt. Der Künstler kündigte an, eine zweite Papst-Statue zu schaffen.

kai/AFP/dpa



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