Umstrittenes Ritual Hosen runter vor dem Zulu-König

Die Gruppe von Touristinnen war empört: Beim alljährlichen Jungfrauen-Defilee im Palast des südafrikanischen Zulu-Königs Goodwill Zwelithini wurde ihnen am Wochenende der Zutritt verwehrt. Der Grund: ihre Jeans.


Hamburg/Johannesburg – Die Touristinnen wollten Zeuge eines umstrittenen Rituals werden, bei dem 30.000 nur spärlich bekleidete Jungfrauen dem König vorgeführt werden. Doch am Eingang des Palasts in Nongoma wurden sie abgewiesen: Nach einem Bericht der "Sunday Times" stellte die Palastwache die Touristinnen vor die Wahl, sich entweder auszuziehen oder wieder abzureisen.

"Wir als Zulu-Nation lassen uns nicht sagen, was wir mit unserer Kultur machen sollen", erklärte König Zwelithini. "Es gibt kein Ministerium, bei dem wir um Erlaubnis bitten, unsere Kultur und Tradition aufrechtzuerhalten." Zuletzt waren die Zulu-Traditionalisten in Kritik geraten, als Männer in der Siedlung Umlazi eine Frau in Jeans gejagt und ihre Hütte angezündet hatten. In der Zulu-Provinz ist es überdies üblich, Mädchen unter 16 Jahre auf ihre Jungfernschaft hin zu testen – was inzwischen per Gesetz verboten ist.

jkr/dpa



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