Expertengruppe klagt an Flüchtlingskinder in Ungarn von sexueller Gewalt bedroht

Kinder zwischen 14 und 18 Jahren gelten in Ungarn migrationsrechtlich offenbar als Erwachsene. Dementsprechend wenig Schutz genießen sie - und sind vielen Gefahren ausgesetzt.


Eine Expertengruppe des Europarats hat Ungarn vorgeworfen, Flüchtlingskinder nicht ausreichend vor den Gefahren des sexuellen Missbrauch und der sexuellen Ausbeutung zu schützen. Die Kinder seien in der Transitzone zwischen Ungarn und Serbien weiterhin unnötigen Risiken ausgesetzt.

Ungarische Behörden behandeln Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren ohne Begleitung migrationsrechtlich wie Erwachsene, hieß es in einem Bericht des sogenannten Lanzarote-Komitees. Die Minderjährigen sind demnach teilweise nicht in angemessenen Unterkünften untergebracht. Vor allem Mädchen sind den Risiken eines sexuellen Missbrauchs ausgesetzt, kritisierte die Expertengruppe.

Sie äußerte zudem Bedenken über die mögliche Schließung eines Kinderheims in der Stadt Fót nordöstlich von Budapest, in dem nach Angaben des Europarats derzeit Flüchtlingskinder untergebracht sind. Ungarn habe noch keine präzisen Angaben gemacht, wo und wie die Kinder nach der Schließung untergebracht werden sollen, erklärte das Komitee.

Die Expertengruppe kümmert sich um die Umsetzung und Einhaltung der Lanzarote-Konvention in den Mitgliedsstaaten. Die Konvention ist ein Übereinkommen des Europarats zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch. Der Europarat gehört nicht zur Europäischen Union und schließt sich aus 47 Staaten mit 820 Millionen Bürgern zusammen.

hba/dpa



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