Unicef-Ranking So lebt es sich als Familie in Deutschland

Elternzeit, niedrige Kita-Gebühren, Betreuungsquoten: Es gibt Regeln und Gesetze, die Familien das Leben messbar erleichtern. In einer aktuellen Studie landet Deutschland auf dem sechsten Platz.

Vater in Elternzeit
Patrick Pleul/DPA

Vater in Elternzeit


Bei der Familienfreundlichkeit rangiert Deutschland nach einer neuen Studie des Uno-Kinderhilfswerks Unicef in Europa auf dem sechsten Platz. Am höchsten wurden die Regeln und Gesetze für Familien in Schweden eingestuft, dahinter folgen Norwegen und Island, hieß es in dem am Donnerstag in New York veröffentlichten Bericht. Ebenfalls in die Top Ten schafften es Estland, Portugal, Dänemark, Luxemburg und Frankreich. Die Schlusslichter der insgesamt 41 untersuchten Länder bildeten Zypern, Griechenland und die Schweiz.

Die Macher der Studie betonten, dass es sich bei den untersuchten Nationen um einige der wohlhabendsten Länder der Welt handele. Manche würden wenig tun, um Eltern zu unterstützen. Dabei könnten sie sich eine familienfreundliche Politik und Investitionen durchaus leisten, so die Studie. Beim Thema Elternzeit schneiden vor allem die USA schlecht ab. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das einzige OECD-Land (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), das keinerlei gesetzlich verbindliche und bezahlte Elternzeit anbiete.

Für den Bericht hat Unicef unter anderem das Angebot an bezahltem Mutter- und Vaterschaftsurlaub sowie den Anteil von Kleinkindern in Betreuungsangeboten ausgewertet. Jedes Land sollte mindestens sechs Monate bezahlten Elternurlaub anbieten und einen umfassenden Zugang zu "hochwertiger, bezahlbarer Kinderbetreuung" von der Geburt bis zur Einschulung.

Für den Bericht wurden Daten der OECD, des Statistischen Amts der Europäischen Union sowie wissenschaftliche Studien aus dem Jahr 2016 ausgewertet.

one/dpa/Reuters



insgesamt 46 Beiträge
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Nordstadtbewohner 13.06.2019
1. Es muss nicht alles gesetzlich geregelt sein
"Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das einzige OECD-Land (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), das keinerlei gesetzlich verbindliche und bezahlte Elternzeit anbiete." In den USA ist es üblich, dass Mütter nach der Geburt von der Arbeit freigestellt sind, was allerdings zwischen Arbeitgeber und Mutter geregelt ist. Im Allgemeinen gelten mündliche Zusagen oder eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag. Eine Vergütung erfolgt währenddessen nicht, jede Mutter muss halt vor der Geburt etwas für diese Auszeit auf privater Ebene zurücklegen. Dafür zahlen in den USA Arbeitnehmer auch weniger Steuern und Zwangsabgaben. Es muss nicht immer alles gesetzlich geregelt sein, denn gesetzliche Regelungen sind nicht zwangsläufig besser als Privatinitiative.
karlo1952 13.06.2019
2. Die Schweiz als Schlusslicht.
Da sieht man mal, dass die Elternalimentierung nicht ausschlaggebend sein muss für den Wohlfühlfaktor eines Landes. Es muss eben das Gesamtkonzept an Steuern und Regeln stimmen.
Zita 13.06.2019
3.
In den USA gibt es nicht nur keine Elternzeit, es gibt nicht mal einen Mutterschutz, der gesundheitlich für Mutter & Kind mehr als sinnvoll ist. Arbeiten bis die Wehen einsetzen, Kind kriegen, mickrigen Urlaub nehmen, zurück an die Arbeit. Und nein, das ist nicht mit "Privatinitiative" gut zu regeln, außer für Reiche. Wenn in internationalen Foren dieses Thema aufkommt, beneiden US-Amerikanerinnen uns Europäerinnen immer sehr.
Kampfgeist 13.06.2019
4. Ähh...
Kitabeitrag von 500-600 €/Monat für 2 Kinder, Mieten, die mittlerweile mehr als die Hälfte des Nettolohnes verschlingen, Wohnungskatastrophe, gerade für größere, Kitanotstand, üerquellender ÖPNV, Missachtung der Hausfrau und Mutter und Eltern mit mehreren Kindern, Klagen gegen Kiindergärten und Spielplätze, die Hatz, wenige Wochen nach der Geburt wieder ans Fließband zu "dürfen", Inklusion stark Verhaltensauffälliger an Schulen, Urlaube, die man nur während der Ferien nehmen kann sind doppelt so teuer und schwer zu bekommen, weil die DINKs, GENAU an den drei Wochen Sommer-Ferien, in denen die Kita ebenfalls zu hat, Urlaub nehmen müssen, usw. usf. machen es den Eltern in Deutschland nicht leicht. Wo steht Deutschland weltweit? Steht da gar nicht.
syracusa 13.06.2019
5.
Zitat von Nordstadtbewohner"Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das einzige OECD-Land (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), das keinerlei gesetzlich verbindliche und bezahlte Elternzeit anbiete." In den USA ist es üblich, dass Mütter nach der Geburt von der Arbeit freigestellt sind, was allerdings zwischen Arbeitgeber und Mutter geregelt ist. Im Allgemeinen gelten mündliche Zusagen oder eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag. Eine Vergütung erfolgt währenddessen nicht, jede Mutter muss halt vor der Geburt etwas für diese Auszeit auf privater Ebene zurücklegen. Dafür zahlen in den USA Arbeitnehmer auch weniger Steuern und Zwangsabgaben. Es muss nicht immer alles gesetzlich geregelt sein, denn gesetzliche Regelungen sind nicht zwangsläufig besser als Privatinitiative.
Aber natürlich sind hier gesetzliche Regelungen zwangsläufig besser als private Regelungen. Auf private Regelungen gibt es keinen Rechtsanspruch, sie sind eher als Almosen zu betrachten. In den Genuss privater Regelungen kommen praktisch ausschließlich Eltern mit hohem Einkommen, und auch nur diese können die einkommenslose Zeit durch Ansparungen überbrücken. In den USA trägt das Fehlen allgemeiner rechtlicher Regelungen zu einer massiven weiteren Spaltung der Gesellschaft bei. Gesetzliche Regelungen für alle schaffen Rechtssicherheit und ermöglichen es ***allen*** Eltern, ihre Kinder angemessen zu betreuen. Sie erweitern deshalb auch den Freiheitsraum aller Bürger.
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