Uno-Bericht Müttersterblichkeit ist weltweit gesunken

Weltweit sterben immer weniger Frauen während der Schwangerschaft oder Geburt. Das zeigt ein Bericht der Uno, den die Weltgesundheitsorganisation in Genf vorstellte. Doch auch wenn die Rate gesunken ist - das eigentliche Ziel liegt noch in weiter Ferne.

Schwangere Frau aus Äthiopien: Laut Uno-Studie ist die Müttersterblichkeit gesunken
dpa

Schwangere Frau aus Äthiopien: Laut Uno-Studie ist die Müttersterblichkeit gesunken


Genf - Laut einem Bericht der Vereinten Nationen ist die Zahl der Frauen, die während der Schwangerschaft oder Geburt sterben, seit 1990 weltweit um mehr als ein Drittel gesunken: von damals 546.000 Frauen auf 358.000 im Jahr 2008. Dennoch sei das Erreichen des Uno-Millenniums-Entwicklungsziels - die Müttersterblichkeit bis 2015 um drei Viertel zu reduzieren - noch in weiter Ferne, heißt es in dem Bericht "Trends bei der Müttersterblichkeit". Die Studie wurde in Genf vom Kinderhilfswerk Unicef, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank vorgestellt.

"Keine Frau sollte wegen mangelndem Zugang zu Familienplanung, Gesundheitsversorgung und Geburtshilfe sterben", sagte die Chefin der WHO, Margaret Chan. Dennoch sei der Rückgang "ermutigend". Sie führte ihn darauf zurück, dass mehr und besser ausgebildete Hebammen werdende Mütter unterstützen. Zudem sei die Gesundheitsversorgung Schwangerer verbessert worden.

Um die Müttersterblichkeit zu reduzieren, müssten laut WHO vor allem Frauen ethnischer Minderheiten in abgelegenen, ländlichen Gebieten besser versorgt werden. Auch um HIV-infizierte und in Konfliktregionen lebende Frauen müsse man sich verstärkt kümmern.

Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern besonders hoch

Denn mit 99 Prozent werden fast alle Fälle von Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern verzeichnet. Subsahara-Afrika sowie Südasien sind mit 87 Prozent der weltweiten Fälle am stärksten betroffen. In Asien wurden aber zugleich die größten Verbesserungen verzeichnet. Dort sei die Zahl der Todesfälle von Müttern zwischen 1990 und 2008 mehr als halbiert worden, heißt es in dem Bericht. "Müttersterblichkeit ist zugleich Folge und Ursache von Armut", sagte der Weltbank-Vizepräsident für menschliche Entwicklung, Tamar Manuelyan Atinc.

Die Uno-Millenniumsziele wurden im Jahr 2000 verabschiedet. Neben einer Halbierung der weltweiten Armut bis 2015 einigten sich die Staats- und Regierungschefs auf einen Katalog mit acht konkreten Entwicklungszielen: Zu ihnen zählen neben der Reduzierung der Müttersterblichkeit auch die Sicherung einer Grundschulausbildung für alle Kinder, mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, der Kampf gegen Aids, Malaria und andere Krankheiten, verbesserter Umweltschutz sowie eine verringerte Kindersterblichkeit.

Vom 21. bis 23. September findet in New York ein Gipfel zu den vor zehn Jahren verabschiedeten Uno-Millenniumszielen statt.

aar/AFP



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