Unwetter mit Toten ARD wehrt sich gegen Kachelmann-Kritik

Tief "Elvira" hat mehrere Orte in Süddeutschland verwüstet. Jetzt streiten sich ARD und Meteorologe Jörg Kachelmann, ob man vor dem Unwetter deutlicher hätte warnen müssen.

DPA

Die ARD hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe zu wenig vor Unwettern in Süddeutschland gewarnt und zu spät und zu zurückhaltend berichtet. Ein Sprecher der Programmdirektion des Ersten Deutschen Fernsehens sagte, bereits in der 20-Uhr-Ausgabe der "Tagesschau" am Sonntag sei vor dem Unwetter gewarnt worden.

Der Meteorologe Jörg Kachelmann hatte den betroffenen ARD-Anstalten zuvor vorgeworfen, zu wenig vor den Unwettern gewarnt zu haben. Er monierte, dass etwa der Südwestrundfunk während des Unwetters sein Programm nicht umgestellt habe, um auf die Gewitter hinzuweisen.

Auf Twitter gab Kachelmann den Rundfunkanstalten bereits eine Mitschuld an den Folgen der Unwetter und Überschwemmungen, die in der Nacht Baden-Württemberg getroffen haben und bei denen vier Menschen ums Leben kamen. "Es ist unglaublich. Wenn es Tote gibt, haben auch @DasErste @SWRdirekt und @BR_Presse diese auf dem Gewissen", twitterte er.

In einem Beitrag auf seiner Webseite sprach er in Anspielung auf den US-Politskandal Watergate von einem "Hochwatergate", das sich in der Nacht zu Montag abgespielt habe.

Versicherung: Sachschäden im zweistelligen Millionenbereich

Der ARD-Sprecher wies darauf hin, dass in der "Tagesschau" mit den Worten gewarnt worden sei: "Direkt über uns dreht ein Tief seine Kreise und verursacht teilweise unwetterartige Gewitter und Regenfälle. Es gelten entsprechende Warnungen des Deutschen Wetterdiensts." Sein Fazit: Es seien "deutliche Warnungen ausgesprochen" worden.

Das Verhältnis zwischen Kachelmann und dem Sender gilt als angespannt. Der Wettermann hatte sich im Zuge der Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn - von denen er freigesprochen wurde - mit seinem früheren Arbeitgeber ARD überworfen.

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Sturm, Blitze, Überschwemmungen: Tausende Helfer, Tausende Einsätze

Fakt ist: Die Gefahr durch Tief "Elvira" ist noch nicht gebannt. "Elvira" lenkt derzeit schwülwarme Luftmassen in den Norden und Osten. Im nordrhein-westfälischen Wuppertal brannte nach einem Blitzeinschlag ein Dachstuhl. Am Montagnachmittag gingen über Norddeutschland erste Gewitter nieder.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnete noch den ganzen Montag mit heftigen Gewittern, Sturmböen und Hagel in einem Gebiet, das vom Emsland bis ins Erzgebirge reicht. Eine offizielle Unwetterwarnung gibt es bisher aber nicht.

Bei den heftigen Unwettern im Südwesten wird das ganze Ausmaß der Schäden erst langsam sichtbar. Die Sparkassenversicherung (SV) rechnet mit Schäden, die mindestens im zweistelligen Millionenbereich liegen, sagte ein Sprecher in Stuttgart. Die Versicherung deckt etwa 70 Prozent der Gebäude in dem Bundesland ab. Bei der Württembergischen Versicherung gingen nach Angaben eines Sprechers 450 Schadensmeldungen ein.

Besonders stark betroffen war der württembergische Ort Braunsbach. Die Unwetter stürzten ihn ins Chaos. Helfer retteten nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) allein im Südwesten 42 Menschen aus lebensgefährlichen Situationen. In den betroffenen Gebieten im Osten und Norden des Bundeslands hätten Feuerwehr und Polizei rund 520 Menschen vor den Wassermassen in Sicherheit gebracht.

apr/dpa

insgesamt 117 Beiträge
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JaIchBinEs 30.05.2016
1. Schuld am Umwetter
im Mittelalter wurde der Überbringer schlechter Nachrichten geköpft. Ich finde aber, heutzutage haben alle Medien Schuld an dem Unwetter auf sich genommen.
Hilfskraft 30.05.2016
2. eines steht mal fest ...
... zu Kachelmanns Zeiten hatten wir nicht solche Wetterfehlinfos. Bei uns in NRW wird aus lauter Unsicherheit mittlerweile bei jedem lauen Lüftchen vor Unwetter gewarnt. Kann man auch nicht immer ernst nehmen. Dagegen diese extremen Auswirkungen noch auf das WETTER zu schieben und nicht auf die Erderwärmung, ist schon brutalst leichtfertig. Man weiß es halt nicht und gibt es einfach nicht zu. Tut immer noch so, als hätte man alles im Griff. Der kleine doofe Mensch meint, er könne solche Dinge beherrschen. Wenn der kleine doofe Mensch etwas schafft, dann die Komplettzerstörung der Erde. Darin ist er unschlagbar ...
kasam 30.05.2016
3. Na, der Kachelmann bringt sich jetzt selber in den Medien,
weil kein Hund mit ihm ein TV Auftritt oder Interview machen möchte....ist auch gut so.... keiner will so einen Menschen hören und sehen. Go home Kachelmann und schäm dich.....
jazzmanlondon 30.05.2016
4. An die Redaktion: Meteorologe Jörg Kachelmann?!?
Herr Jörg Kachelmann ist zwar manchmal witzig und seine Wettershow war nett anzusehen. Aber Jörg Kachelmann ist so wenig Meteorologe wie ich Zahnarzt oder Bäcker; jedenfalls wenn es um einen gelernten Beruf geht.
quoveritas? 30.05.2016
5. Vielleicht isdt die ARD zu sehr mit Russland beschäftigt
dass sie keine Zeit hat für bessere Wettervorhersagen .
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