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Unwetter nach Hitze Feuerwehr ruft Ausnahmezustand in Berlin aus

Gewitter und Starkregen haben in weiten Teilen Deutschlands Sonne und Hitze verdrängt. In Berlin liefen Keller voll, in Frankfurt fielen Flüge aus - und die Prognose für das Pfingstwochenende ist wechselhaft.

Die Hitze der vergangenen Tage hat sich vielerorts in Deutschland in Gewittern und Starkregen entladen. In Berlin musste die Feuerwehr am Nachmittag zu 163 wetterbedingten Einsätzen ausrücken, wie die Retter mitteilten. Über Stunden hinweg galt demnach "Ausnahmezustand Stufe 1", zahlreiche freiwillige Feuerwehren mussten die Berufsfeuerwehrleute unterstützen. Die Gewitterfront war einmal von West nach Ost über die Stadt gezogen. "Fast alle Stadtteile waren betroffen", teilte die Feuerwehr mit. Der Zugverkehr mehrerer S-Bahn-Linien wurde unterbrochen.

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Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach für mehrere Bundesländer, unter anderem für Hessen, Unwetterwarnungen aus. Bis in die Abendstunden könne es daher zu Gewittern kommen, bei denen in kurzer Zeit bis zu 35 Liter Regen pro Quadratmeter fallen werden. Auch Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von etwa hundert Kilometern in der Stunde und Hagel hielten die Meteorologen für möglich. Die Behörden lösten regional Warnungen über das Katastrophen-Warnsystem Katwarn aus.

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Hagel, Blitze, Starkregen: Gewitter verdrängen Hitze

Foto: Kay Nietfeld/ dpa
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Am Frankfurter Flughafen musste der Betreiber die Flugzeugabfertigung wegen eines schweren Gewitters unterbrechen. Es kam zu Verzögerungen und Ausfällen, wie ein Fraport-Sprecher mitteilte. Flugzeuge seien weder be- noch entladen worden, um die Mitarbeiter auf dem Flugfeld vor Blitzeinschlägen zu schützen. Im niedersächsischen Braunschweig geriet eine Grundschulklasse während eines Waldausflugs in eine Gewitterfront, die Feuerwehr brachte sie in Sicherheit.

In Oberfranken legte ein Blitzeinschlag vier Bahnübergänge lahm. Bei dem Unwetter seien die Übergänge im Landkreis Kulmbach beschädigt worden, sagte ein Bahnsprecher. Die Schranken ließen sich nicht mehr schließen. Die Lokführer mussten die Bahnübergänge selbst sichern, indem sie die Züge zuvor stoppten - und prüften, ob ein Auto die Gleise überqueren wollte.

In Aachen war bereits am Montagabend eine Frau vom Blitz erschlagen worden. Die 73-Jährige war laut Polizei mit dem Fahrrad unterwegs und wurde offenbar von einem Gewitter überrascht. Blitze schlugen auch in Schleswig-Holstein in zahlreiche Häuser ein, Menschen wurden nicht verletzt. Auf der Autobahn 7 behinderte Starkregen den Verkehr.

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Hagel, Blitze, Starkregen: Gewitter verdrängen Hitze

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Nördlich von Cottbus löschte Starkregen laut brandenburgischem Innenministerium wiederum einen Heidebrand. Auf rund 200 Hektar hatte sich das Feuer in der Nacht auf dem Gelände eines früheren Truppenübungsplatzes ausgebreitet. Inzwischen sei alles unter Kontrolle, bestätigte die Rettungsleitstelle Lausitz. Auch ein Löschpanzer war im Einsatz.

Auch in den nächsten Tagen sind weiter Gewitter möglich. Südlich der Donau und im Schwarzwald können diese am Mittwoch durchaus unwetterartig ausfallen, warnte der DWD. Zum meteorologischen Sommeranfang am 1. Juni muss demnach im Alpenraum ebenfalls mit Regen und Gewitter gerechnet werden. An der Ostseeküste kann es kräftige Böen geben. Die Temperaturen bleiben mit Werten zwischen 21 und 27 Grad sommerlich warm. An den Küsten bleibt es frischer - hier liegen die Tageshöchstwerte wohl nur bei 16 bis 20 Grad.

Warm und feucht soll es laut Prognose auch in Richtung Pfingstwochenende werden. Die Temperaturen steigen nach DWD-Angaben auf 25 Grad und mehr - allerdings sind auch wieder Schauer und Gewitter möglich. Insgesamt werde das Wetter wechselhaft, am freundlichsten, so die Meteorologen, dürfte es am Pfingstsamstag sein.

apr/dpa
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